Helfer-Armada in Vorfreude auf das Frequency

Erstellt am 12. August 2022 | 06:01
Lesezeit: 4 Min
Eine Zeltstadt wird auch heuer beim Frequency entstehen (hier 2011)
Eine Zeltstadt wird auch heuer beim Frequency entstehen (hier 2011)
Foto: APA/WWW.FOTOPLUTSCH.AT
Das ab dem kommenden Donnerstag startende Frequency-Festival in St. Pölten wird für zahlreiche Helfer einmal mehr eine Herausforderung darstellen. Vom Roten Kreuz werden in Summe rund 500 Personen aufgeboten, die die medizinische Versorgung am Gelände übernehmen. Nach zweijähriger Coronapause wird generell mit 50.000 Gästen pro Tag gerechnet. Der ÖAMTC empfiehlt, bei der An- und Abreise auf öffentliche Verkehrsmittel zurückzugreifen oder Fahrgemeinschaften zu bilden.
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Von Donnerstag bis einschließlich Samstag werden sich auf den Bühnen Acts wie Bilderbuch, RAF Camora und Popsänger Jason Derulo ein Stelldichein geben. Schon am Mittwoch startet das "Prequency" für die Early Camper, mit von der Partie sind etwa US-Sängerin Gayle und Eli Preiss.

Falls abseits der Bühnen etwas schief laufen sollte, ist das Rote Kreuz mit Hunderten Mitgliedern, die zum Teil auch aus anderen Bundesländern anreisen, zur Stelle. Behandelt wurden in der Vergangenheit hauptsächlich kleinere Blessuren wie etwa Schnittverletzungen, aber auch Insektenstiche, hieß es auf APA-Anfrage. "Nach der Versorgung kann üblicherweise der größte Teil der Patientinnen und Patienten wieder auf das Festival zurück."

Sieben Sanitätsstützpunkte werden am Areal eingerichtet. Zu Spitzenzeiten werden rund 120 Rettungs- und Notfallsanitäter und bis zu drei Notärzte parallel im Einsatz stehen. Ebenfalls vor Ort sind Mitarbeiter der Krisenintervention sowie der Wasserrettung.

Rund um die Uhr für die Sicherheit der Gäste im Einsatz

Der Einsatzstab der Bezirksstelle St. Pölten ist bereits seit mehreren Monaten mit der Organisation befasst. "Wir sind rund um die Uhr für die Sicherheit der Gäste im Einsatz und raten, speziell nach Insektenstichen beim Auftreten von Beschwerden - Schwellungen, Kreislaufprobleme etc. - umgehend einen unserer Sanitätsstützpunkte aufzusuchen", sagte Bezirksstellenkommandant Erich Winkler. Empfohlen wird zur Vermeidung von Verletzungen auch in den Campingbereichen nicht auf festes Schuhwerk zu verzichten. Da mit warmen Temperaturen zu rechnen sei, werden den Besuchern Sonnenschutz und ausreichender Konsum nicht-alkoholischer Getränke ans Herz gelegt. Aufgrund durchaus kühler Nächte solle aber auch nicht auf warme Kleidung vergessen werden.

Hinsichtlich der An- und Abreise rät ÖAMTC-Sprecherin Romana Schuster Festivalbesuchern, auf Öffis zu setzen: "Es ist stressfrei, und man entkommt dem einen oder anderen Stau." Verwiesen wurde auf Sonderzüge der ÖBB sowie eigens eingerichtete Shuttlebusse vom Bahnhof zum Frequency-Gelände. Personen, die sich per Pkw in die niederösterreichische Landeshauptstadt aufmachen, werden Fahrgemeinschaften empfohlen - im Sinne von Kostenreduktion und Klimaschutz. Bereits jetzt gebe es mehrere Mitfahrbörsen in sozialen Netzwerken.

Stauwarnung für Abreisetag

Als kleiner Killer der Festivallaune gilt seit jeher der Stau. Dieser halte sich allerdings bei der Anreise meist in Grenzen, weil sich der Zulauf der Musikfans "auf mehrere Tage aufteilt", so die Sprecherin des Mobilitätsclubs. Anders sehe die Lage bei der Abreise aus. "Hier brechen alle fast gleichzeitig auf", als prognostizierte Staupunkte gelten die Nahbereiche der Auffahrten zur Westautobahn (A1) bzw. Kremser Schnellstraße (S33).

Das Ende des Festivals markiert traditionell auch den Start für den Einsatzreigen der Pannenhelfer. Am häufigsten wurden die Mitarbeiter des ÖAMTC in der Vergangenheit wegen verlorener Autoschlüssel und leeren Autobatterien gerufen, dahinter rangieren Reifenschäden. Auch die Situation, dass Leute nicht mehr genau wissen, wo das jeweilige Fahrzeuge abgestellt wurde, komme vor. Für den Fall der Fälle steht im Nahbereich zum Eingang auf das Festivalgelände jedenfalls bereits ab Mittwoch der mobile Pannenstützpunkt des ÖAMTC zur Verfügung.

Seitens der Stadt St. Pölten wurde betont, dass bei der Planung "großes Augenmerk auf den Anrainerschutz" gelegt worden sei, um "die Unannehmlichkeiten für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten". Dies sei "bei über 60.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und 50.000 Gästen pro Tag eine riesige Herausforderung". Einzelne Beeinträchtigungen seien nicht zu verhindern, teilte das Rathaus online mit.

Wie bereits bei der bisher jüngsten Auflage im Jahr 2019 werde auf ein Halte- und Parkverbotssystem gesetzt. Im Vergleich zur Festivalausgabe vor drei Jahren komme es in einzelnen Straßenzügen aufgrund veränderter Gegebenheiten zu Adaptierungen dieses Konzepts.