Nachgefragt bei Filmemacher Fritz Kalteis.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 08. April 2020 (03:48)

NÖN: Am Ostermontag feiert Ihre jüngste Doku TV-Premiere, im Hauptabendprogramm von Servus TV. Was gibt’s da zu sehen?
Fritz Kalteis:
Eine Doku über den Mythos der Wilderer anhand einer wahren Geschichte.

„Rebellen der Berge“, so der Titel, klingt ja noch ein bisschen romantisch, „Die Wildererschlacht von Molln“ dagegen eher wild.
Kalteis:
Es ist auch nicht die übliche Wilderer-Geschichte, wie man sie aus Heimatfilmen kennt. Es ist in Wahrheit eine Sozialrevolte. Aber sie vereint alles, was dazugehört: individuelles Rebellentum, männliches Balzverhalten, Kriegsheimkehrer, Deserteure, Förster, Gutsherren – und Notzeiten.

Fritz Kalteis, Filmemacher aus St. Pölten, sprach mit Michaela Fleck über Rebellen, Schlachten, Klöster und Kino. 
Feature Film

Not und Elend gab es ja 1917/18, als die wahre Geschichte im oberösterreichischen Molln stattfand, genug. Wie filmt man die?
Kalteis: Das waren tatsächlich Notzeiten. Da war ein Stück Fleisch etwas ganz Wertvolles. Es war aber auch die Zeit der Spanischen Grippe. Das Wichtigste war, dass es authentisch ist. Da muss die Waffe stimmen, das Gewand, das Verhalten – sonst wird’s peinlich! Wir haben auch fast nur mit Schauspielern aus dem Ort gedreht, die teilweise selbst Berufsjäger sind.

Sie haben aber auch schon Dokus über Richard Löwenherz, Kaiser Karl oder die Salzpiraten gedreht. Was haben die gemeinsam?
Kalteis:
Da gibt’s jetzt keine gemeinsame Linie bei den Figuren. Die Herausforderung besteht darin, dass man die Schauspieler auch eine persönliche Geschichte erzählen lässt. Das sind ja trotzdem normale Menschen, selbst der Kaiser. Ich komm’ zwar aus der ‚Doku-Ecke‘, aber ich versuch’, dass man auch der Person näher kommt.

Gerade kommen Sie von zwei Drehtagen. Wie funktioniert Film in Zeiten von Corona?
Kalteis:
Das ist alles etwas schwieriger. Aber ich hab’ gerade in einem Kloster in Kärnten für den ORF-„Feierabend“ gedreht, das kommt auch am Ostermontag, auf ORF 2.

Und was kommt als nächstes?
Kalteis:
Als nächste Doku kommt eine Geschichte, die hundertprozentig niederösterreichisch ist: „Die Schlacht von Dürnkrut“. Das wird richtig groß. Aber gedreht wird wahrscheinlich erst nächstes Jahr. Und ich arbeite daran, meine erste fiktionale Geschichte ins Kino zu bringen…