Vom Leiden & Sterben im Diözesanmuseum. „Passio“ heißt die heurige Frühjahrsschau in St. Pölten. Und zeigt alte und junge „Schmerzensmänner“.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 09. April 2019 (00:50)
Diözesanmusuem/T. Seebacher
Mit Blut und Wunden: ein über 500 Jahre alter Grabchristus aus der ehemaligen Pfarre Schönbach. Zu sehen im St. Pöltner Diözesanmuseum.

Draußen wird gerade gebaut. Denn: St. Pöltens Diözesanmuseum bekommt einen neuen Eingang. Drinnen steht dort, wo man künftig hereinkommt, „ein ganz besonderes Stück“. Nämlich: ein „Schmerzenschristus“. Der ist aus Terracotta und aus dem Spätmittelalter. Und schlief nur ein paar Meter weiter, unter dem Domplatz, bis man ihn so gut wie unversehrt ausgrub.

In der Frühjahrsschau, die Diözesanmuseumsdirektor Wolfgang Huber heuer der „Passio“, also: dem Leidensweg Christi, gewidmet und die mitten in der Fastenzeit ihre Pforten geöffnet hat, gibt es aber noch andere, ganz besondere Stücke.

Einen schmalen, hellen, hölzernen Christus am Kreuz, ohne Gesicht, aber mit umso mehr Ausdruck aus 2014 und einen wuchtigen, dunklen, langgezogenen Kreuzweg aus 1977 (beide vom Erlauftaler Oskar Höfinger). Eine strahlende, schmerzvolle Grablegung im Goldrahmen (von Martin Johann Schmidt). Zwei winzige, detailreiche Fastenkrippen (aus dem Krahuletz-Museum). Einen eindrucksvollen Atelierfilm über die Passionsbilder des bosnischen Künstlers Safet Zec. Ein „heiliges Grab“ mit bunten Lichtern und strengen Wächtern. Prachtvolle, samtschwarze und goldbestickte Trauer-Paramente (also: -Messgewänder).

Zu sehen sind aber auch ein Christus am Ölberg aus Schildberg, eine Pietá aus Obergrafendorf und eine aus Spratzern, ein zarter, fast zerbrechlicher Jesuskopf aus Sandstein – alle in der so genannten Gotiksammlung. Alle mit lila Punkt. Und weißer Schrift: „Passio“. Bis 8. Juni, www.dz-museum.at