Erstellt am 03. Oktober 2014, 13:21

Stift Heiligenkreuz hebt Schätze aus Musikarchiv. Stift Heiligenkreuz im Wienerwald, dessen gregorianische Choräle singenden Zisterziensermönche weltweit bekannt wurden, will die Schätze seines Musikarchivs heben und in einer neuen CD-Serie ab Mitte 2015 veröffentlichen.

Stift Heiligenkreuz  |  NOEN, Stift Heiligenkreuz
Den Beginn von "Monastic Music" und einer Konzertreihe soll die Entdeckung des in Vergessenheit geratenen Komponisten Ferdinand Rebay (1880-1953) markieren.

Im Vorjahr war das klösterliche Musikarchiv neu geordnet worden. Dabei kamen Kompositionen vom Mittelalter bis zur Hochromantik zum Vorschein, darunter Werke von Ignaz Umlauf, Komponist zur Zeit Maria Theresias, Johann Georg Reutter sowie der Nachlass von Rebay, dessen Großteil seine Nichte dem Stift vermacht hatte.

Den Sohn einer Pianistin hatte seine musikalische Ausbildung vom Sängerknabenkonvikt des Stiftes Heiligenkreuz zum Studium von Klavier und Komposition am Konservatorium in Wien geführt. Er war, wie bei einer Pressekonferenz am Freitag in Heiligenkreuz ausgeführt wurde, ein vielseitiger Musiker, der komponierte, Konzerte spielte, dirigierte und an der späteren Wiener Musikakademie unterrichtete.

"Sensationelle" Entdeckungen

Im Stiftsarchiv befinden sich 750 Werke, weitere 500 in der Nationalbibliothek. Rebay komponierte unzählige Lieder in der Tradition von Brahms, wie Matthias Adensamer vom klostereigenen Musiklabel "Obsculta Music" erläuterte, weiters für Chöre, Klavier und Gitarre, weshalb Armin Egger, der bei den Konzerten mitwirken wird, die Entdeckung aus der Sicht eines Gitarristen als "sensationell" bezeichnete. Editionen seien geplant.

Rebay schuf auch eine Symphonie, eine - nie aufgeführte - Oper und eine Messe, die nun bei der Leopoldi-Festmesse in der Abteikirche am 15. November (9.30 Uhr) (ur-)aufgeführt wird. Weitere Konzerttermine im Stift sind am 21. Oktober und 20. November, Mitschnitte davon sollen für die geplante CD verwendet werden.

Mit "Chant - Music for Paradise" hatten die singenden Zisterziensermönche 2008 weltweit die Charts gestürmt, auch die Fortsetzungen der gregorianischen Choräle waren überaus erfolgreich. Im Vorjahr gab "Obsculta Music" die CD "Rosenregen" heraus.