Strafe für Wut-Lenker. Aggressive Autofahrer / Zu Ferienbeginn sind wütende und gestresste Lenker großes Thema. NÖN-Leser: Knappe Mehrheit für härtere Strafen.

Erstellt am 08. Juli 2013 (11:00)
Von Madeleine Kopitschek

Die Temperaturen steigen und es ist zu spüren, dass deutlich mehr Lenker ausrasten. Gerade jetzt, wo die Ferienzeit beginnt, sind Drängeln, Lichthupe oder andere Verkehrsteilnehmer zu schneiden keine seltenen Vorkommnisse. Doch dieses Verhalten ist sehr gefährlich und kann teuer werden.

Die NÖN stellte ihren Lesern in der Vorwoche folgende Frage: „Härtere Strafen für aggressive Fahrer?“ Viele der befragten Personen sprachen sich für härtere Strafen bei Aggressivität im Straßenverkehr aus. Einige Leser schlugen vor, ein Punktesystem einzuführen oder Sozialstunden als Strafe leisten zu müssen.

Knappe Mehrheit der 9.238 Voter für härteres Durchgreifen

Bei der NÖN-Online-Umfrage nahmen 9.238 Personen teil. Doch beim Ergebnis hält sich die Waage: Knapp mehr als die Hälfte, 54,5 Prozent der Stimmen haben für härtere Strafen gestimmt. 45,5 Prozent sind dagegen.

„Gewisse Tage steigern das Wut-Potenzial“, weiß Daniela Fleischmann, die im Dienste des Österreichischen Wachdienstes in der Gemeinde Hollabrunn den ruhenden Verkehr kontrolliert. „Tage wie Ferienbeginn oder -ende, wenn es regnet oder bei großen Veranstaltungen ist es besonders schlimm.“

Aggression sogar im ruhenden Verkehr zu beobachten

Günther Nehyba, Verkehrsreferent im Bezirkspolizeikommando Mödling weiß, dass im Straßenverkehr Stimmungen oft eine tragende Rolle spielen: „Ist das Wetter heißer oder gibt es mehr Verkehr, fahren die Leute viel aggressiver.“

Doch es gibt auch andere Gründe, bei denen die Lenker ausrasten. „Aggressives Verhalten kann nicht nur bei klassischen Verkehrssituationen wie Abdrängen, eng Auffahren oder Schneiden beobachtet werden, auch Situationen im ruhenden Verkehr wie bei Parksituationen oder das Verhalten gegen Fußgänger und Radfahrer sind Konfliktpotenziale“, erzählt Christian Filzwieser, Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter in Lilienfeld.

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Stimmen aus NÖ zu "Leser für mehr Urlaub"

Ulrike Hausdorf, Kaltenleutgeben:
„Die jetzigen Strafen reichen völlig aus. Ich fühle mich von Aggressivität im Straßenverkehr nicht betroffen. Wenn man sich selbst zurücknimmt, ist schon viel gewonnen.“

Christine Wachter, Rohrbach:
„Ich finde, dass aggressive Autofahrer härter bestraft werden sollten. Ich ärgere mich immer, wenn ich die erlaubte Geschwindigkeit fahre und hinten kein Sicherheitsabstand eingehalten wird.“

Florian Otonicar, Kaumberg:
„Ich bin viele Jahre nach Wien gependelt, da habe ich etliche gefährliche Situationen erlebt, die oft durch rücksichtsloses Verhalten am Steuer ausgelöst wurden, ich wäre für ein Punktesystem.“

Alexandra Stoiber, Hollabrunn:
„Solche Autofahrer sollten Sozialstunden leisten, wie beispielsweise den Müll einzusammeln. Mehr Polizei auf den Straßen wäre auch sinnvoll, vor allem zum Schutz der Kinder.“