„Das hat mich demütig gemacht“. Susanne Felicitas Wolf, vielseitige Bühnenautorin, verlässt nach 14 Jahren die Komödienspiele.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 02. Juli 2014 (07:01)
Susanne Felicitas Wolf: „Es ist in Laxenburg wunderschön gewesen. Aber ich möchte mich jetzt selbst überraschen und neue Wege gehen. Denn das Neue ist wichtig.“ Foto: Pilo Pichler
NOEN, Pilo Pichler
Vierzehn Mal hat sie für die Komödienspiele Laxenburg geschrieben. Damit ist jetzt Schluss. Susanne Felicitas Wolf, fünfzig Jahre alt, bricht zu neuen Ufern auf.

Durch die Wissenschaft nach Wien

Welche das sind, darf sie nicht verraten, aber zurückschauen möchte sie schon. Auf die Welt gekommen ist sie in Mainz, der Vater war einer der Gründer des ZDF. Der Patenonkel hieß Felix Klee (ja, der Sohn des Malers), von ihm hat sie den zweiten Vornamen. „Als Kind habe ich ihn gehasst. Aber als man mich dauernd mit der Schauspielerin Susanne Wolff verwechselt hat, habe ich ihn wieder benutzt. Jetzt gefällt er mir.“

Die Theaterwissenschaft hat Wolf nach Wien verschlagen. Sie begann als Dramaturgin an wichtigen Bühnen, bearbeitete und übersetzte („Macbeth“ 2002 für das Wiener Schauspielhaus oder „Kiss me Kate“ 2008 für die Komische Oper Berlin).

Ein Abschied in Frieden

Schließlich schuf sie Texte neu, nach Vorbildern und eigenen Vorlagen. So entstanden zum Beispiel für Heinz Petters und das Wiener Volkstheater 2007 die Tragikomödie „Blickwechsel“, für Haag „In 80 Tagen um die Welt“ (2007) und für Melk „Krieg und Frieden“ (2009), „Die Päpstin“ (2012) und „Der Graf von Monte Christo“ (2013). Ganz neu sind Laxenburgs „Schöne Helena“ und „Feuerseele“, das Bertha-von-Suttner-Solo für Maxi Blaha.

Laxenburgs Intendant Adi Hirschal (sie hat auch für sein Wiener Lustspielhaus geschrieben) verlässt sie in Frieden. „Ich hätte nie gedacht, vierzehn Jahre für Laxenburg zu arbeiten. Und dass ich fähig bin, Possen und Komödien zu schreiben – hier habe ich es gelernt. Und was es bedeutet, dass Menschen eineinhalb Stunden ihre Sorgen vergessen. Das hat mich demütig gemacht. Aber jetzt will ich neue Wege gehen.“