Takt. Jazz-Herbst geben.

Erstellt am 27. August 2013 (10:00)
NOEN, Nuvo.net
Ute Lemper bei Johannes Kunzes letztem Salzburger Jazz-Herbst 2012. Ob und wann sie wohl nach Grafenegg kommt? Foto: Nuvo.net
Von Thomas Jorda

Bei der Eröffnung des Grafenegg-Festivals war Johannes Kunz noch eifrig applaudierender Ehrengast, drei Tage später musste er das Ende seines Salzburger Jazz-Herbstes bekannt geben – mit Passiva in Höhe von 1,17 Mil lionen Euro kippte er gleich auch die kommenden Konzerte mit Paolo Conte & Co.

In Interviews gab er der Hoffnung Ausdruck, dass er, wie geplant, bereits nächstes Jahr in Grafenegg weitermachen könne. Hier, so Kunz, seien die Rahmenbedingungen viel erfreulicher.

„Wir planen einen Jazz-Herbst jetzt frühestens 2015“

In Salzburg musste Kunzes GesmbH. zum Beispiel für jedes Konzert jeweils teuer den Veranstaltungsort anmieten, in Grafenegg wäre die Infrastruktur kostenlos zur Verfügung gestanden.

Die Betonung liegt auf „wäre“. Denn mit dem Plan, 2014 in Grafenegg weiterzumachen, wo er 2012 aufgehört hat, wird nichts. Paul Gessl hat als Grafenegg-Geschäftsführer die Notbremse gezogen: „Wir planen einen Jazz-Herbst jetzt frühestens 2015. Und stellen uns natürlich die Frage, ob mit oder ohne Kunz. Dabei interessiert mich gar nicht, warum er in Konkurs gegangen ist. Fest steht, dass wir und das Land durch die Insolvenz keinen Schaden erlitten haben. Wir übernehmen aber auch keine Altlasten.“

Einsilbige Antworten zu Jazz-Plänen des Landes

Am Plan, in Grafenegg ein Jazz-Festival anzubieten, will Gessl jedenfalls festhalten. „Das passt in unser Konzept der ganzjährigen Bespielung von Grafenegg. Wir haben im Sommer 50.000 Besucher, im Advent 30.000, das Jazz-Festival soll im Herbst zehn- bis fünfzehntausend bringen und dann müssen wir noch ein Programm zu Ostern anbieten.“

Wenn aber das geplante Jazz-Festival nicht von Johannes Kunz – einst Pressesprecher von Bruno Kreisky und ORF-Informationsintendant – programmiert wird, wer käme in Frage? Gessl, kurz angebunden: „Zu Namen gibt’s von mir keinen Kommentar.“

Ebenfalls einsilbig äußert sich Hermann Dikowitsch, Leiter der Abteilung Kunst und Kultur in der NÖ Landesregierung, über das Ende der noch vor einigen Monaten sehr hoch fliegenden Jazz-Pläne des Landes: „Dazu sage ich gar nichts. Das ist allein Sache von Geschäftsführer Paul Gessl.“