Teure Wohnungen. Wohnen zu teuer? / Der Speckgürtel um Wien wächst immer weiter. Wohnen wird für sozial benachteiligte Menschen zusehends unleistbar.

Erstellt am 09. Juni 2013 (14:14)
Von Madeleine Kopitschek

Die Preise für Baugrundstücke und Eigentumswohnungen und Mieten für Wohnungen gehen weiterhin nach oben, das bestätigt der Immobilienpreisspiegel 2013. Die NÖN hat ihre Leser gefragt, ob Wohnen noch leistbar sei. Ein Großteil hält Wohnen für zu teuer und fürchtet, dass es noch teurer werden könnte. Und auch bei der NÖN-Online-Umfrage waren 79,3 Prozent der 5.863 Teilnehmer der Meinung, dass Wohnen nicht mehr leistbar sei.

„Der Preis ist im Moment schon sehr hoch“

Vor allem der Norden Wiens erfreut sich immer größerer Beliebtheit. „Der Preis ist im Moment schon sehr hoch“, so Hannelore Staffenberger, Maklerin aus Korneuburg. Spillerns Bürgermeister Thomas Speigner: „Wir hoffen, dass sich der Preis irgendwann einpendelt, aber viele Leute wollen raus aus der Stadt, und der Speckgürtel um Wien wird in den kommenden Jahren sicherlich noch weiterwachsen, speziell in Gebieten mit guter öffentlicher Verkehrsanbindung.“ Auch ein sehr teures Pflaster ist Klosterneuburg.

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ÖVP-Stadtrat Roland Honeder erzählt, dass schon nach einer Lösung gesucht wird: „Einerseits vergeben wir stadteigene Gründe im Baurecht, um günstigeres Wohnen zu unterstützen, andererseits arbeiten wir mit vielen Bauträgern zusammen und versuchen, über Genossenschaften leistbares Wohnen auf kommunalem Grund zu ermöglichen.“

Ähnliche Probleme gibt es auch südlich von Wien. Hannes Weninger, SPÖ-Bezirksparteiobmann in Mödling: „Hier im Bezirk Mödling kostet jeder Qua-dratmeter ein Vermögen – deswegen braucht es eine Reform der Wohnbauförderung, auch soziale Wohnbauten zu realisieren wird bei den immer knapperen Grundstücken schwieriger.“

Und Johann Heuras, ÖVP-Bezirksparteiobmann in Amstetten, meint: „Die Leute sollen nicht mehr für Wohnen ausgeben müssen als 25 Prozent ihres Einkommens. Zu dem Zweck gibt es den Wohnzuschuss, der auch für Personen mit geringem Einkommen Wohnen leistbar macht.“

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Stimmen aus NÖ:

Astrid Steinbrecher-Reitmayr, Klosterneuburg: „Die Wohnungssituation ist aufgrund der Stadtgröße problematisch. Halbwegs qualitatives Wohnen in Wien samt Speckgürtel ist für den Durchschnittsverdiener kaum mehr leistbar.“

Wolfgang Bernhuber, Maria Enzersdorf: „Wohnen ist vor allem dann leistbar, wenn man etwas geerbt hat, ansonsten ist es schwer vorstellbar, wie junge Familien die Preise einer Eigentumswohnung aufstellen sollen.“

Josef Wurzer, Amstetten: „Wohnen ist kaum mehr leistbar, da es zu wenig Sozialwohnungen gibt. Es wird zwar viel gebaut, aber vor allem junge Menschen müssen sich für die teuren Kosten oftmals in Schulden stürzen.“

Maria Kittler, Tresdorf: „Es ist leistbar, wird aber immer teurer. Wenn man Vollzeit arbeitet, ist es noch angemessen, aber es wäre gut, wenn es mehr Unterstützung für junge Familien gäbe.“