THEATER-KRITIK II. Martin Schepers Bühnendeko ist deutsches Stadttheater der Achtziger. Erst staubt der Dreck, dann plantschen sie in der Badewanne. Die Produktion hätte sich Besseres verdient.

Erstellt am 17. März 2013 (15:21)

Martin Schepers Bühnendeko ist deutsches Stadttheater der Achtziger. Erst staubt der Dreck, dann plantschen sie in der Badewanne. Die Produktion hätte sich Besseres verdient. Medeas Geschichte, eigentlich Mythos des Matriarchates, wurde von Tom Lanoye auf Fremdenfeindlichkeit und Beziehungsprobleme abgeklopft; sie gerät ihm komisch manchmal, oft berührend, meist tragisch. Regisseur Philipp Hauss und das Ensemble scheitern an den großen Tönen, gewinnen aber ungemein bei den leisen. Der Schluss raubt den Atem, nicht zuletzt der großartigen Franziska Hackl als Medea. Da weiß man, warum man denn ins Theater geht! Ärgerlich das Programmheft: Klug sollen die Texte sein, nicht zum Teil unverständlich. Dann sind sie eher Verhöhnung.

Fazit: Das Schicksal der Medea gerät nach holprigem Beginn zum Furioso der Schauspielkunst. -tj-