Tiere als Lebensinhalt. Bemerkenswertes Jubiläum / Der Waldviertler Helmut Dungler ist Gründer und Stiftungs- präsident der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“. Heuer feiert sie ihr 25-jähriges Bestehen.

Erstellt am 17. März 2013 (14:55)
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Von Anita Kiefer

Sein Leben dreht sich um alles, was haarig oder gefiedert ist. Und was es gilt zu schützen. Helmut Dungler hat vor 25 Jahren die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ ins Leben gerufen. Aufgewachsen ist er in Waidhofen an der Thaya.

Tierschutz war Dungler schon in seiner Jugend im Waldviertel eine Herzensangelegenheit. Immer wieder hat er etwa Igeln beim Überwintern geholfen oder geschwächte Tiere aufgepäppelt. Dungler hat bis zu seinem 19. Geburtstag in Waidhofen gelebt, danach hat es ihn nach Wien verschlagen. Die Verbindung zu den Waldviertler Wurzeln ist aber nie abgerissen: „Meine Eltern leben noch dort, und ich habe ein kleines Bauernhaus dort geerbt, wo ich im Sommer gerne Zeit verbringe“, verrät Dungler.

In Wien angekommen, startete er sein Studium der Veterinärmedizin. Mit der damals geltenden Lehrmeinung konnte er sich so gar nicht anfreunden: „Damals gab es die Meinung, ein Huhn gehört in den Käfig. Denn das sei gut für das Huhn, weil es vor Fressfeinden geschützt ist. Und für den Konsumenten, weil er ein klinisch sauberes Ei bekommt. Da hab’ ich mir gedacht: Das kann es irgendwie nicht sein.“ Damit war die Geburtsstunde von „Vier Pfoten“ eingeleitet.

Seit Anfang der 80er-Jahre engagierte sich der heute 49-Jährige für den Tierschutz, bis 1988 die heute in 12 Ländern agierende Tierschutzorganisation ins Leben gerufen wurde.

Die Organisation betreibt heute unter anderem Bärenwälder in Österreich (Arbesbach im Bezirk Zwettl), Bulgarien und Deutschland. Auch gefangene Großkatzen gehören zur „Kundschaft“.

Der Name „Vier Pfoten“ war übrigens zuerst als Übergangslösung gedacht. „Wir wollten ihn ändern, sobald uns was Besseres eingefallen ist. Aber jetzt bleibt es wohl dabei“, sagt Dungler. Den Tierschutzgedanken an der Bürotüre abzugeben käme bei Dungler nie in Frage: „Mein Job ist eine Mischung aus Berufung und Beruf. Wenn ich sehe, dass jemand auf der Straße sein Tier schlecht behandelt, weise ich auch darauf hin.“

Privat hatte Helmut Dungler immer Haustiere: Aktuell sind es zwei Katzen. Davor gab es zwei Hunde, Streuner, die er aus Bukarest und Griechenland mit nach Österreich genommen hat. „Die Hunde haben mich gefunden. Sie wussten, dass sie sonst nicht überleben würden“, erzählt er mit strahlenden Augen. Auch Dunglers Familie hat ein Herz für die Tierwelt: Seine Frau arbeitet bei „Vier Pfoten“, die 16-jährige Tochter „stellt immer Fragen, die ich gar nicht beantworten kann. Sie kennt sich oft besser aus als ich.“

Beruflich ist Dunglers großes Ziel, das Bewusstsein der Menschen dafür zu schulen, was Tiere brauchen. Privat will er „wieder etwas mehr Zeit“ für sich haben – etwa fürs Skifahren (er ist ausgebildeter Skilehrer), oder für Konzerte. Und: „Dass aus meiner Tochter was wird. Wobei ich ja aus eigener Erfahrung weiß, dass die Eltern da wenig Einfluss darauf haben.“