Kafka & Milena: Wanderung erinnert an große Liebe. Franz Kafka und Milena Jesenská trafen einander vor 100 Jahren in Gmünd. Eine Wanderung erinnert daran.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 18. August 2020 (08:15)
Franz Kafka nennt Gmünd 46 Mal in seinen Werken. Milena Jesenská war selbst Schriftstellerin.
Samml. Wagenbach / Verlag Neue Kritik

Franz Kafka und Milena Jesenská – das ist eine der großen Beziehungen der Weltliteratur. Schriftstellerisch fand sie Niederschlag in den „Briefen an Milena“. Dreh- und Angelpunkt der Liebesgeschichte ist Gmünd. Hier, auf halbem Weg zwischen Prag und Wien, checken die beiden vor 100 Jahren im Hotel Huber – heute in České Velenice – ein, gehen in Gmünd spazieren und schicken eine Ansichtskarte an Kafkas Schwester.

Die Begegnung Kafkas mit der verheirateten Milena in Gmünd stellt für das Paar einen Wendepunkt in der Beziehung dar. „Er ist nach Gmünd mit der Vorstellung gekommen, sie könnten ein Paar werden.

Im Hotel Huber waren Franz Kafka und Milena Jesenská einquartiert. Eine Wanderung führt am Sonntag, 23. August, ab 13 Uhr zu den Schauplätzen der Liebesgeschichte.
MÚ Ceské Velenice

Nach ihrem Treffen sehen beide keine Möglichkeit eines gemeinsamen Lebens“, weiß Thomas Samhaber, Obmann des Vereins ÜBERGÄNGE PŘECHODY, der am Sonntag, 23. August, zur Kulturwanderung zu den Schauplätzen der Liebesgeschichte lädt. Kafka und Milena trafen einander noch öfter in Gmünd, Ende 1920 geht die Beziehung aber in die Brüche. Nur vier Jahre später ist Kafka tot. Was bleibt, ist eine traurige Liebesgeschichte – und die 46-malige Nennung von Gmünd in Kafkas Werk.

Ziel der Initiative ist es, Gmünd als Schauplatz einer kleinen Geschichte der Weltliteratur, aber auch das Werk von Milena Jesenská wieder in den Blickpunkt zu rücken. Denn Milena war mehr als Kafkas Geliebte – sie publizierte großartige Essays und Schriften, war im Widerstand gegen die Nazis aktiv und starb 1944 im KZ Ravensbrück.