Übergewicht senken. Bewegung forcieren / Höhere Steuern auf ungesundes Essen könnten die Zahl dicker Kinder reduzieren. Aber: Die NÖN-Leser sind dagegen.

Erstellt am 22. Juli 2013 (10:43)
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Von Carina Pürer

Die Experten sind sich einig: Übergewicht bei Kindern wird zu einem immer größeren Problem. Allein in den vergangenen vier Jahren ist die Zahl der Übergewichtigen unter den Zehn- bis Zwölfjährigen um 20 Prozent gestiegen, so eine Studie des Instituts für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung (ISMB Austria). Eine internationale Ministerkonferenz in Wien hat sich dem Problem nun angenommen. Ziel ist es, die Zahl bis zum Jahr 2020 wieder um zehn Prozent zu senken.

Die NÖN nahm dies zum Anlass, um ihre Leser zum Thema zu befragen. Die Idee, höhere Steuern auf ungesundes Essen einzuführen, hielten aber die wenigsten für sinnvoll. Stattdessen sollten Eltern und Kinder besser aufgeklärt, Ernährung und Bewegungsprogramme in den Schulen verbessert werden.

Konkret sprachen sich in der aktuellen NÖN-Online-Umfrage 73,51 Prozent der 1.004 Teilnehmer gegen eine Steuererhöhung aus. Für Ernährungsberaterin Christina Schnitzler, die Praxen in Melk, Mühldorf und Wien führt, steht fest: „Der Grundstein für ein gesundes Leben wird im Kindesalter gelegt. Die Ernährung hat den größten Einfluss auf das Körpergewicht. Der Verdauungstrakt eines Kindes ist erst im siebenten Lebensjahr ausgereift. Mit kalten, rohen, ungesunden Speisen im Kindesalter schadet man dem Körper langfristig.“

In Kombination mit Bewegungsmangel kann das rasch zu Übergewicht führen, weiß Oberarzt Peter Schermann vom Landesklinikum Zwettl: „Früher hatten wir zwei Fernsehprogramme – heute sitzen die Kinder den ganzen Tag vor Computer oder Fernseher.“ Die Hollabrunner Schulärztin Kinga Halmagyi-Steinböck sieht da vor allem die Eltern gefordert: „Es ist ganz wichtig, dass sie eine Vorbildfunk tion einnehmen – sowohl in Sachen Ernährung als auch in Sachen Bewegung. Aber auch sie sind damit oft überfordert.“

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Stimmen aus NÖ zu „Übergewicht senken

Eva-Maria Franschitz, Ebreichsdorf: „Nicht schon wieder höhere Steuern! Die Lebensmittelpreise sind doch im Vergleich zum Vorjahr schon um acht Prozent gestiegen. Man sollte stattdessen Eltern und Kinder besser aufklären.“

Leopold Gruber, Wien Umgebung: „Ich glaube, wenn man etwas wirklich haben will, dann ist es egal, ob es teurer geworden ist oder nicht. Ich denke somit, dass eine Steuererhöhung keinen Sinn hätte.“

Johann Mühlgassner, Amstetten: „Schaden täte es nicht, wenn das Ungesündere teurer wäre. Noch besser wäre es aber, das Gesündere billiger zu machen. Und eines ist klar: Wer sich genügend bewegt, kann auch mehr essen.“

Katharina Hochhauser, Münichreith: „Ich finde die Idee von höheren Steuern auf ungesundes Essen schon gut. Kinder und Eltern würden so weniger Geld dafür ausgeben. Dem Übergewicht könnte man damit gut vorbeugen.“