Unbekannte Moderne. Ausstellung / Das Landesmuseum in St. Pölten zeigt Meisterwerke aus der Sammlung Patrik Šimon.

Erstellt am 30. Juni 2013 (14:51)
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Von Thomas Jorda

Die europäische Moderne liegt, nicht zuletzt durch die Sammlertätigkeit von Rudolf Leopold, voll im Trend. Werke von Gustav Klimt, Egon Schiele, Oskar Kokoschka, Koloman Moser, Alfred Kubin, Edvard Munch oder Otto Mueller erzielen bei Auktionen Spitzenpreise.

Viele weniger bekannt sind jene Künstler der Moderne, die in Tschechien gearbeitet haben. Der Bruch nach dem Ersten Weltkrieg und die darauf folgenden Ereignisse haben getrennt, was davor ein gemeinsamer Kulturkreis war.

Umso spannender daher die Ausstellung „Unbekannte Moderne aus Tschechien und Mitteleuropa. Meisterwerke aus der Sammlung Patrik Šimon“, die zwischen dem 5. Juli und dem 3. November im Landesmuseum in St. Pölten gezeigt wird.

Landschaft und Traum, 

Sie widmet sich den Themen Landschaft, Traumbilder, Erotik oder Tod und stellt die bereits erwähnten Künstler dem Schaffen ihrer tschechischen Kollegen gegenüber, die da sind: Ludek Marold, Gabriel Max, Vojtech Preissig, Jaroslav Panuška und Josef Váchal, Richard Teschner, Emil Orlik, August Brömse oder Wenzel Hablik.

Die Schau im Obergeschoß der Shedhalle umfasst rund 75 Werke und spannt einen zeitlichen Bogen vom Beginn der Moderne bis zu kubistischen Tendenzen. Der Schwerpunkt liegt auf Arbeiten auf Papier: Zeichnung, Aquarell, Pastell, Lithografie, Radierung und Holzschnitt.

Die Bilder stammen aus der beeindruckenden Sammlung des Tschechen Patrik Šimon, der nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Demokratisierung Tschechiens noch in vergleichsweise jungen Jahren als einer der Ersten in Immobilien vor allem in Prag investiert und damit viel Geld gemacht hat. Das ermöglichte ihm den Aufbau der überaus wertvollen Kollektion.

Er sagt über seine Anfänge: „Zum Kunstsammler bin ich aus Liebe und Leidenschaft für das Schöne und ihrer Eigenartigkeit geworden. Bereits im Kindesalter habe ich sehr oft Antiquariate besucht, nicht ahnend, dass diese unschuldige Vorliebe in späteren Jahren zu der außer Kontrolle geratenen Besessenheit des erwachsenen Kindes werden solle.“

Und über Inhalt und Ziel seiner Tätigkeit meint er: „Meine Sammlung konzentriert sich auf die mitteleuropäische Kunst, und das vor allem aus einem Grund: Ich lebe in einer Region mit einer unglaublich absurden Geschichte. Die wird natürlich gerade besonders von Künstlern wiedergegeben. Der Hauptzweck der Sammlung liegt in der Zukunft. Das zeigt sich in meinen ständigen Bemühungen, die Kollektion einem möglichst breiten Kreis von Interessenten zugänglich zu machen.“