Ursula Strauss verspricht spannende Projekte. "Wachau in Echtzeit" bringt im November Literatur und Musik in spannenden Konstellationen in die malerische UNESCO-Weltkulturerbelandschaft an der Donau.

Von Redaktion APA. Erstellt am 08. September 2014 (14:13)
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Programmiert hat die dritte Auflage wieder Ursula Strauss, die Wachau-Kultur-Melk-Leiter Alexander Hauer bei der Präsentation am Montag in Joching als "Mastermind" und "nahbare", in der Region verankerte Künstlerin bezeichnete.

Zwölf Veranstaltungen an historischen Schauplätzen

"Es sind wieder tolle Sachen dabei", freute sich die Schauspielerin auf die zusammengestellten Projekte mit Kollegen und Freunden, darunter Fritz Karl oder Udo Samel, dem sie "zwei Jahre nachgelaufen" sei, bis sich heuer ein Termin finden ließ. Die zwölf Veranstaltungen an historischen Schauplätzen werden von Noah Kolb aus dem US-Bundesstaat Minnesota fotografisch begleitet, das Ergebnis ist in einer Ausstellung am 30. November in der Minoritenkirche Krems-Stein zu sehen. Der junge US-Künstler ist für ein Auslandssemester nach Melk gekommen und studiert nun an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien.

Strauss selbst tritt mehrmals auf, etwa gleich zum Auftakt am 8. November im Rittersaal der Ruine Aggstein mit "Wo der Hund begraben liegt". Gemeinsam mit dem Solocellist Matthias Bartolomey (Concentus Musicus Wien), dem Jazzgeiger und Manolaspieler Klemens Bittmann und ihrem "Lieblingsdramatiker" Ewald Palmetshofer hat sie ein Kammerkonzert "der besonderen Art" erarbeitet.

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Neu: Programm für junge Kulturfans

"Die Unschuld vom Lande" ist eine Hommage an die Operette - von und mit Ruth Brauer (8. November im Schloss Spitz); mit einer großen Portion Humor werden Christian Dolezal und Ali Jagsch "göttliche Verführungen" lesen (9. November, Schloss Pielach). Erstmals gibt es heuer, was Strauss "besonders wichtig" ist, ein Kinderprogramm: Timna Brauer & Elias Meiri Ensemble unternehmen eine "Reise durch die Weltmusik" zum Mitmachen (14. November in der Factory Krems). "Du hörst mir ja doch nie zu" meint Fritz Karl, der, musikalisch begleitet von "Tango de Salon", den brasilianischen Satiriker Luis Fernando Verissimo rezitiert (15. November, Stift Dürnstein).

"Kriemhild erzählt das Nibelungenlied": In die Figur aus dem mit der Wachau verwobenen Heldenepos schlüpft Barbara Horvath, "eine fantastische Schauspielerin", so Strauss (16. November, Schüttkasten der Römerhalle Mautern). "Die Gratellis" von und mit Bernd Jeschek ist eine skurrile musikalische Komödie (21. November, Schloss Spitz), Manuel Rubey & Co, darunter Gunkl, geben mit "Familie Lässig" ein Konzert (22. November, Tischlerei Melk Kulturwerkstatt), Norbert Hauer lädt am 23. November zur musikalischen Kirchenführung in Rossatz.

Strauss als künstlerische Leiterin ein "Volltreffer"

Weiters am Programm ist "Die Passion der Jungfrau von Orleans", wobei der Stummfilm aus 1928 mit Musik und Schillers Monologen (Strauss) in Szene gesetzt wird (23. November, Kino im Kesselhaus, Krems). Philipp Hochmair liefert mit "Amerika" Theater von Franz Kafka (Kellerschlössel Dürnstein). Udo Samel & Martin Ptak (Musik) bestreiten zum Ausklang am 30. November eine Lesung aus Goethes "Wilhelm Meisters Wanderjahre" (Minoritenkirche Krems - Stein).

In "Raureifzeiten" sei die Wachau besonders schön, schwärmte Hauer. Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) betonte die Intention, Kunst und Kultur auch im Herbst in der wunderbaren, im Sommer weltbekannten Landschaft zu positionieren. Ursula Strauss als künstlerische Leiterin sei ein "Volltreffer", "Wachau in Echtzeit" eine "unglaublich authentische" Institution, die weiter wachsen werde, verwies Pröll auf die Entwicklung des am Sonntag zu Ende gegangenen Musikfestival Grafenegg.

www.wachauinechtzeit.at