Vom Tagebuch zur TV-Doku. Der ORF erzählt die Geschichte des Ersten Weltkriegs anhang von 14 Einzelschicksalen - eines davon stammt aus NÖ.

Von Gerti Süss. Erstellt am 19. Mai 2014 (10:34)
NOEN, ORF
Schauspieler David Oberkogler (l.) mimt den Soldaten Karl Kasser, Bertl Strassers (r.) Großvater.
Weder Schlachten noch historische Ereignisse stehen im Mittelpunkt der neuen Universum History-Doku „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“, sondern 14 Einzelschicksale. Und diese Schicksale wurden anhand von Tagebüchern für die internationale Doku rekonstruiert. Aus sieben Ländern stammen die Erzählenden. Die einzige Figur aus Österreich ist Karl Kasser, ein Bauer aus Kilb (Bezirk Melk).

Tagebuch lieferte „für heute Unvorstellbares“

Dass das Schicksal von Kasser nachgestellt wurde, ist Bertl Strasser zu verdanken. Er ist der Enkel des mittlerweile verstorbenen Soldaten aus Kilb. Im Jahr 1992 hat er damit begonnen, das Tagebuch seines Großvaters von der Kurrent- in die heutige Schrift zu übersetzen. Was er dabei erfahren hatte, bezeichnet er als „für heute unvorstellbar“. Erstaunt über das Leben seines Großvaters war er auch deshalb, weil dieser zu Lebzeiten nie von Krieg und Gefangenschaft erzählt hatte. „Wahrscheinlich hat er mit dem Schreiben des Tagebuches damit abgeschlossen. Mir war aber klar, dass das für die Nachwelt erhalten bleiben muss.“

Deswegen hat er die Texte online veröffentlicht, und zwar unter www.kilb.at/bertl.strasser . Und so wurde auch das internationale Fernsehteam auf das Schicksal seines Großvaters aufmerksam. Mit dem Ergebnis ist Strasser zufrieden, denn: „Die Passagen wurden 1:1 aus dem Tagebuch übernommen.“

ORF 2 zeigt je zwei Folgen der Doku am Dienstag ab 22.35 Uhr und am Freitag ab 22.45 Uhr. Zudem sind alle Folgen sieben Tage nach Ausstrahlung auf tvthek.orf.at zu sehen.