Filmpreis 2019: „Schnell & lustig“. Ganz ohne „Bespaßung“ setzt Michael Sturminger Österreichs Film in Szene – erst in Perchtoldsdorf, dann in Wien.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 22. Januar 2019 (01:21)
Österr. Filmakademie
Der Regisseur und die Organisatorin: Michael Sturminger mit Filmakademie-Geschäftsführerin & St. Pöltnerin Marlene Ropac auf Lokalaugenschein im Wiener Rathaus.

Letztes Jahr sind die Raumschiffe gelandet. Mit Barbarella-Kostümen, Planeten-Kugeln, Weltraum-Bässen. Und all das mitten im Grafenegger Auditorium.

Heuer „machen wir’s ganz anders“! Verspricht Michael Sturminger. Der war bei Mirjam Ungers funkelnd-flammend-nostalgisch-futuristischem Weltraumspaziergang bei Österreichs achter Filmpreisgala 2018 zwar nicht dabei („da hab’ ich gerade geprobt“). Und weiß doch, was er nicht will: „Bespaßung“ und „dazwischen Langeweile“.

Weder das eine noch das andere steht diesen Donnerstag am Menüplan, wenn Österreichs Filmakademie zum sechsten Mal, diesmal gemeinsam mit Niederösterreichs Landeshauptfrau, zum Abend der Nominierten bittet. Und zwar in den Rittersaal der Perchtoldsdorfer Burg. Dort, wo dahinter, im Hof, ab Ende Juni Tschechow gespielt wird, wird am 24. Jänner getafelt.

„Es geht mir null um Inszenierung!“ „Jedermann“-Regisseur Michael Sturminger über die Filmpreisgala 2019

„Es gibt“, sagt Michael Sturminger, „ein Abendessen. Und es gibt ein schönes weißes Tischtuch.“ Er, der auch den Tschechow im Sommer in Szene setzen wird, werde versuchen, die 77 Nominierten in 19 Filmen einander vorzustellen. Mehr nicht. „Das brauchen die auch nicht“, so Sturminger.

Und was braucht die Gala, sechs Tage später, am 30. Jänner , nach Grafenegg diesmal wieder im Wiener Rathaus? „Ein gutes Tempo“, sagt Michael Sturminger. „Und ein paar kleine Irritationen. Wir wollen, dass man kurz lacht. Und dass es schnell vorbei ist!“ Schließlich wären alleine die 16 Kategorien, in der Österreichs Filmpreis zum neunten Mal verliehen wird, lang genug. „Ich war“, erzählt der Wiener, der seit 2014 als Intendant die Perchtoldsdorfer Sommerspiele leitet, „gerade beim Europäischen Filmpreis. Der hat drei Stunden gedauert. Da hab’ ich nicht mehr gewusst, wie ich heiße.“

Und: Inszeniert habe er „schon ganz Anderes“. Den „Jedermann“ zum Beispiel, schon zweimal, am Salzburger Domplatz. Den „Casanova“ fürs Kino und noch mehr Theater für Film-Star John Malkovich. Das Neujahrskonzert in der Hamburger Elbphilharmonie. Oder zuletzt Oscar Wilde im Perchtoldsdorfer Burghof.

Moderieren wird Österreichs Filmpreisgala 2019 Nestroy-Preisträgerin Caroline Peters, die traditionelle Gastrede wird Autor und Staatspreisträger Martin Pollack halten. Und dann gibt’s noch „minimal Musik“, meint Michael Sturminger. Von Mnozil Brass …