Köchel-Gesellschaft hat doppelten Grund zum Feiern. Gleich zwei runde Geburtstage feiert die Kremser Köchel-Gesellschaft 2020: ihren 25. und Beethovens 250.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 11. Februar 2020 (01:22)
Eine „Inspirationsfigur“, auch für die 1995 gegründete gleichnamige Gesellschaft mit Sitzam Kremser Hafnerplatz: Ludwig Ritter von Köchel. Der anno 1800 in Stein geborene Historiker und Naturforscher gab 1862 das „Verzeichniß sämmtlicher Tonwerke Wolfgang Amadé Mozarts“ heraus.
Int. Stiftung Mozarteum

Mozart gibt’s dieses Jahr nur einen. Am 19. September. Im Schloss Wasserhof. „Das trifft sich gut“, meint Severin Endelweber. Denn das Quintett, das da am Konzertprogramm der Kremser Köchelgesellschaft steht, passt zum „Beethoven-Festival“, das oben drüber steht, nicht nur in der Besetzung. Sondern auch in der Tonart.

Es-Dur also. Von Mozart und von Beethoven. Und sonst? „Ist heuer nur Beethoven“, sagt Severin Endelweber. Wie der zur Köchelgesellschaft passt, die der Kremser Bratschist gemeinsam mit dem Kremser Musikwissenschafter Manfred Permoser leitet? Und die heuer zwar nicht ihren 250., aber immerhin schon ihren 25. Geburtstag feiert?

„Gut! Weil: Alle treffen sich in Krems.“ Genauer: in Gneixendorf. Dort, im Schloss Wasserhof, das damals Bruder Johann gehörte, verbrachte Ludwig van Beethoven seinen letzten Herbst. Und dort ist auch die 20. Station der Kremser Köchel-Promenade, die die Köchel-Gesellschaft zum 20. Geburtstag eröffnet hat.

Ihre erste Konzertsaison hat die Gesellschaft, die auch gegründet wurde, „um uns mit der Region zu vernetzen“, vor allem aber, „um zu vermitteln“, mit Schönberg begonnen. Und hat zuletzt sogar Pfitzner auf die Pulte gelegt. „Das ist natürlich problematisch. Aber wenn man das spielt, dann am besten kommentiert.“

Klassik hinter den Kulissen hören

„Kammermusik erklärt gehört“ heißt die zugehörige Reihe, in der Manfred Permoser moderiert und hochkarätige (Kammer-)Musiker Ausschnitte anspielen, Werke sozusagen zerlegen. „Das gibt’s auch nicht auf YouTube“, lacht Severin Endelweber, „und nur so kann man hinter die Kulissen hören!“ Auch hinter die von Ludwig van Beethoven.

Den gibt’s 2020 „glorreich“ (beim Jubiläumskonzert am 15. Februar u. a. mit Pianistin Dorothy Khadem-Missagh im Kloster Und), „erschüttert“ (am 26. März ebendort), „unterwegs“ (am 12. Juni in Heiligenstadt) oder „privat“, „öffentlich“ und „politisch“ (von 18. bis 20. September in Gneixendorf). Und: live und im Kino, und zwar am 14. und 15. November im Kesselhaus.

www.koechelgesellschaft.at