NÖ Ausstellungsfrühling: Haie, Hunde & andere Grazien. Wild und naiv, beunruhigend und bissig wird das Frühjahr 2021 – wenn Niederösterreichs Kunsthäuser wieder offen haben.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 03. Februar 2021 (03:34)
Erich Eibls „Schilling-Haie“ aus 1988 im Karikaturmuseum
Landessammlungen NÖ

Die einen hätten schon letzte Woche eröffnen wollen. Die anderen hätten übernächste Woche feiern wollen. Geschlossen haben sie noch immer. In Gugging und in Krems. Aber auch in St. Pölten und in Baden. In Mistelbach und in Hadersdorf. Und in Wien, wo die Albertina im 2020 frisch renovierten Künstlerhaus die große Schau zur ihr gestifteten Sammlung Essl erst eröffnet, dann wieder geschlossen hat.

Slavko Stolniks „Fünf Grazien“ aus 1979 in Gugging
Thomastik-Infeld GmbH

Aber: Ab Montag, also: ab 8. Februar, so die jüngsten Ankündigungen, sollen Österreichs Kunsthäuser wieder aufsperren. Und nicht nur ihre aktuellen, seit Dezember geschlossenen Schauen zeigen. Sondern auch ihre neuen Ausstellungen eröffnen dürfen.

Am Kulturhügel in Gugging etwa soll es dieses Frühjahr nicht nur „brut“, also: „wild“, sondern auch „naiv“ werden. Aber das, wie immer, mit einem Fragezeichen hinten dran. Denn: „Für uns ist es eine wesentliche Aufgabe, Fragen zu stellen“, so Museumsleiter Johann Feilacher. Also hinterfragt man mit „naiv.?“ auch gleich den zugehörigen Begriff. Eröffnet schon am 10. Februar virtuell. Und zeigt danach vor Ort mit über 120 Werken von 31 Künstlerinnen und Künstlern eine von Österreichs wichtigsten Privatsammlungen, nämlich die der Familie Infeld.

An der Kunstmeile in Krems wird es im Ausstellungsfrühling zwar nicht „naiv“, aber durchaus wild. Und fröhlich hoffentlich auch, denn das Kremser Karikaturmuseum feiert heuer seinen 20er. Und das mit einer Geburtstagsschau, die von 21. Februar 2021 gleich bis Jänner 2022 laufen soll.

„Schätze aus 20 Jahren“ will Museumsleiter Gottfried Gusenbauer da zeigen, von der politischen Karikatur bis zur Bildgeschichte – und schwerpunktmäßig aus NÖs Landessammlungen. Und ein Geburtstagsfest hat man auch geplant: am 26. Juni.

Patrizia Piccininis „Junge Familie“ aus 2002 in der Kremser Kunsthalle
Graham Baring

Zwei Häuser weiter, in der Kremser Kunsthalle, hat man gerade die Personale der Amsterdamer Künstlerin Fiona Tan bis 7. März verlängert. Und feiert am 27. März mit den Mensch-Tier-Maschinen-Mutanten der westafrikanischen Künstlerin Patricia Piccinini Vernissage.

Titel der Frühjahrs- und Sommerschau: „Embracing the Future“, also in etwa: „Umarmung der Zukunft“. Gleich gegenüber, in NÖs Landesgalerie, bleiben Lieselott Beschorners wundersame „Puppas“ noch bis 2. Mai an den Wänden der „Kunstbedürfnisanstalt“, während ab 27. März noch mehr starke Frauen (und Männer) von Egon Schiele bis Eva Schlegel „zu Neuem“ aufbrechen. Und im Museum Niederösterreich in St. Pölten geht man dieses Frühjahr sporteln. Und ruft ab 14. März „I wer‘ narrisch!“

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