Schiele: Zwei Geburtstage und viele junge Bilder. Tullns Schiele-Museum wird heuer 30, sein Namensgeber 130. Und zeigt ab März neue „Schätze“.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 14. Januar 2020 (02:47)
Verschneit: Weingarten mit Blick auf Klosterneuburg, gemalt von Egon Schiele im Jahr 1907.
Sammlung Stadt Tulln

Eine „echte“ Gefängniszelle hat es auch. Schließlich war Tullns heutiges Egon-Schiele-Museum knapp hundert Jahre vor seiner Eröffnung das Gefängnishaus, für das hiesige Bezirksgericht. Aber: Es hat auch eine „Schatzkammer“. Die liegt gleich im Erdgeschoss, hinter den geschmiedeten Toren an der Donaulände Nummer 28. Und dort warten heuer neue Schätze.

„Wir wollen“, so Museums-Kurator und Schiele-Experte Christian Bauer, „anlässlich seines 130. Geburtstages drei entscheidende Jahre Egon Schieles erzählen: vom Wunderkind über die akademische Ausbildung bis hin zur Emanzipation.“ Also konkret: von 1906 bis 1909. Über ein Dutzend Originale wird man dazu in der „Schatzkammer“ des Schiele-Museums versammeln. Und zwar, so Bauer, „an dem Ort, an dem sein Leben, aber auch seine künstlerische Karriere ihren Ausgang nahm“: in Tulln.

Verwitwet: Egon Schieles Mutter Marie in Öl, gemalt um 1907.
Sammlung Stadt Tulln

Zu sehen sind aber nicht nur neue, junge (1906 war Egon Schiele gerade einmal 16) Originale von Niederösterreichs vielleicht berühmtestem Maler. Zu hören sind im ersten Stock des Museums auch (wieder) die Originalstimmen von Melanie und Gerti Schiele, seinen Schwestern, und von Adele Harms, seiner Schwägerin, und das an sechs audiovisuellen Stationen von Tulln über Klosterneuburg bis Wien. 

Geöffnet ab 28. März, www.schielemuseum.at