B14-Sperre: Ausweichen oder im Schritt von A nach B?. Schleichweg durch das Weidlingtal? Ortschefs Balaska und Trat sowie Vereinsobmann Harl über Sorgen und Alternativen.

Von Julia Schönberg. Erstellt am 07. Februar 2019 (04:38)
Wird sich die Befürchtung vieler Bürger von Kolonen-Verkehr auf der Hangbrücke der B14 und mehr Verkehr auf den Ausweichrouten, wie der Höhenstraße, bestätigen?
Bildagentur Waldhaeusl

WEIDLING Die geplante Sanierung der vierspurigen Bundesstraße 14, die Klosterneuburg und Wien unterhalb des Leopoldsberges verbindet, sorgt für viel Gesprächsstoff in der Bevölkerung. Vor allem werden Bedenken über verstärkten Verkehr auf den Ausweich-Strecken laut. Auf Nachfrage der NÖN meldeten sich Ortsvorsteherin von Weidlingbach, Traude Balaska, Ortsvorsteher von Weidling, Martin Trat, und Alfred Harl, Vereinsobmann vom Verein „Lebenswertes Weidlingtal“, zu Wort.

Traude Balaska sieht der Sperre der B 14 mit gemischten Gefühlen entgegen: „Ich bin überzeugt, dass die Sperre auch auf die Täler Auswirkungen haben wird. Sofern die Geschwindigkeit eingehalten wird, kann man ja sowieso nichts machen, warten wir´s also mal ab.“ In Weidlingbach sorgt sich die Ortsvorsteherin dennoch um Fußgänger, auch wenn es nach ihren Angabe nicht viele gibt: „Gottseidank haben wir ja nicht sehr viele Fußgänger auf der Straße, denn ohne Gehsteige (wie bei uns) wäre das sicherlich ein zusätzliches Problem.“

Eine Erleichterung würde für Balaska eine bedingte Öffnung der Radstraße in der Kuchelau bringen. „Ich wäre dafür, dass man die ,Radstrasse‘ für die Zeit der Bausperre einbahnig für den Autoverkehr öffnet, dann wären auf der B14 zwei Spuren einbahnig (vielleicht verkehrsabhängig zu den Stoßzeiten), und der Stau könnte minimiert werden. Ich denke, mit ein bisschen gutem Willen von der Wiener Seite müsste eine für alle tragbare Lösung gefunden werden“, so Balaska.

 Die Bahn als Chance für zukünftige Nutzung

 Das Thema Verkehr wird auch innerhalb des Vereins „Lebenswertes Weidlingtal“ diskutiert und auch Lösungsansätze erläutert. Vereinsobmann Alfred Harl sieht die Sperre pragmatisch: „Klar ist, und da sind sich alle einig, die Hangbrücke hat lange gehalten, jetzt muss sie halt saniert werden. Dass selbst das geplante Pionierviertel warten muss, zeigt die Brisanz des Themas. Und Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager tut gut daran, ein Problem nach dem anderen zu lösen und sich nicht auf unlösbare Abenteuer einzulassen.“

Ideen zur Erleichterung gibt es laut Harl einige, auch aus den eigenen Reihen: „Viele Lösungsvorschläge kommen auf den Tisch. Und genau so viele Fragen. Etwa die Öffnung der Kuchelauerstraße während der Bauphase. Oben nach Wien und zurück durch die Kuchelauer-straße. Aber da ist dann die Ampel im Kahlenbergerdorf! Na gut, dann halt umgekehrt.“ Ebenso gibt es die Idee einer App, die den Verkehrsstrom per Live-Ticker an die User weitergibt. „Ein weiterer Vorschlag ist, eine App zu programmieren, die die Verkehrsströme, je nachdem, von wo man kommt, sinnvoll live steuert. Also Weidlinger über die Höhenstraße, Kierlinger teilweise über die Wienerstraße und teilweise über die Höhenstraße. Kritzendorfer über die Wienerstraße“, so Harl.

Auch zum Thema öffentlicher Verkehr macht sich der Verein Gedanken: „Es könnte eine große Chance sein, Autofahrer auf die Bahn zu bringen. Voraussetzung dafür ist, dass die Bahn von 6 bis 9 Uhr früh im Minutentakt geführt wird. Vorbild Paris oder London“, so der Obmann.

Trat sieht Probleme für „Weidlinger Enge“

Für Ortsvorsteher Martin Trat ist klar, dass es eine Erhöhung des Verkehrsaufkommens geben wird. „Aufhalten werden wir das nicht können, aber ich hoffe, dass nicht allzu viele Lkw über das Weidlingtal ausweichen werden, da es bei Begegnungen mit Bussen, besonders in der ,Weidlinger Enge’, im wahrsten Sinne des Wortes eng wird“, so Trat.