St. Pölten

Update am 04. Dezember 2018, 10:58

von Michaela Fleck

Diözesanmuseum: Krippen, Gold & Glorienschein. Gleich drei kostbare Künste zeigt St. Pöltens Diözesanmuseum seit dem Wochenende.

Im Kasten: einerder prächtigenKrippenberge hinter Glas, die WolfgangHuber für seinediesjährige Adventausstellung in St.Pölten zusammengetragen hat. Dieso genannte „Wiener Krippe“ stammt auseiner Privatsammlung und ist auf 1885datiert. Zu sehenbis 2. Februar 2019.  |  NÖN/Fleck

Goldene Sternchen, goldene Blättchen, goldene Strahlen – es leuchtet, in St. Pöltens Diözesanmuseum. Wo bis vor vier Wochen noch Martin Johann Schmidt strahlte, leuchtet jetzt Weihnachten. Im Rahmen, im Kasten, an der Wand und im Regal: Überall funkelt das Gold. Und: „Das Gold verbindet auch.“ Einen Barockmaler mit einem Krippenbauer mit einem Vergolder.

Strahlend:  Die „Anbetung der Hirten“ von Martin Johann „Kremser“ Schmidt aus 1780.  |  Landessammlungen NÖ / Christoph Fuchs

Alle drei (Handwerks-) Künste hat Diözesanmuseumsdirektor Wolfgang Huber heuer am St. Pöltner Domplatz versammelt. Den Kremser Schmidt mit 16 „weihnachtlichen Motiven“, von der „Anbetung der Hirten“ bis zur „Flucht nach Ägypten“, die Letztere aus dem Stift Seitenstetten und die meisten auch nicht in der prächtigen Kremser-Schmidt-Schau zu sehen.

Christkinder in Öl und in der Krippe

Einen Gang weiter, nach den strahlenden Christkindern in Öl und im Rahmen, tummeln sich noch mehr Christkinder. In großen und kleinen Kästen, aus Ton und Lehm und Holz und Papiermaché. Und mit Königen und Mohren, Hirten und Soldaten, Schafen und Kamelen. Aus dem Waldviertel stammen die zugehörigen, unglaublich detailgetreu ausgestatteten, liebevoll dekorierten und behutsam gepflegten Kastenkrippen, aus dem Wienerwald, aus Böhmen und „die schönsten“ aus Eggensburgs Krahuletz-Museum oder NÖs Landessammlungen.

„Die großen Kirchenkrippen sind allesamt von Vergoldern gemalt worden.“ Also hat Wolfgang Huber heuer auch Vergoldermeister Stefan Nachförg eingeladen, einen Teil der Weihnachtsschau zu kuratieren. Oder besser: zu vergolden.

Prächtig: Die so genannte „Simmeringer Krippe“ aus dem Riesengebirge aus dem 19. Jahrhundert.  |  Volkskunde Museum Wien / Christa Knott

Von der ägyptischen Pharaonin bis zum niederösterreichischen Tabernakel glänzt es da. Erzählt, wie Bilderrahmen, Turmuhren und Secessions-Blätter golden werden. Wie zehntausendstel Millimeter dünne Blättchen in kleine Heftchen passen, was Kupfer, Silber und Schweinsfuttergrün mit dem Vergolden zu tun haben und wieso man einst Zylinder und Degen trug. „Gold“, resümiert Stefan Nachförg, „stand immer für das Göttliche!“ www.dz-museum.at