Wer schnell hilft, rettet oft das Leben. Der Blick zurück

Erstellt am 06. August 2013 (08:00)
NOEN, Notruf 144
Mit Rettungsautos & Hubschraubern werden durch das zentrale Leitsystem »Notruf 144« Akutpatienten ins geeignete Spital gebracht. Foto: Notruf 144
Der Defibrillator. Parallel mit den Errungenschaften der modernen Medizin in den vergangenen zwei Jahrzehnten stieg die Lebenserwartung der Menschen in den Ländern der EU konstant. Dies gilt nicht zuletzt für Niederösterreich, wo das Spitalwesen weitgehend modernisiert wurde. Und im Besonderem auch für die Kardiologie. Als ein „Wundermittel“ gegen den Herztod, dem ein plötzliches Herz-Kammerflimmern oder ein Infarkt vorausgeht, kam der sogenannte Defibrillator auf dem Markt, der durch gezielte Stromstöße zu einer Normalisierung des Herzschlages führen kann. Daraufhin wurden Notarztautos, ja auch öffentliche Gebäude mit Defibrillatoren ausgestattet, um im Notfall die Patienten bis zur Behandlung im Spital einigermaßen zu stabilisieren.

Die Herz-Zentren. Nach der Übernahme der Spitäler durch die Landeskliniken-Holding begann man die Herz-Zentren aus- und aufzubauen, um eine kompetente Versorgung der Patienten zu ermöglichen. Nach einer Statistik von 2009 sterben in Österreich 40 bis 45 % der Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für NÖ rechnen die Experten mit rund 20.000 akuten Herzinfarkten pro Jahr. Unter den Betroffenen sind auch viele jüngere Menschen. Bei einem Infarkt ist die rasche Einlieferung in ein Landesklinikum, das über ein Herz-Katheter-Labor verfügt, oft lebensrettend. Werden schnell die verschlossenen Herzkranzgefäße geöffnet, halten sich die Schäden in Grenzen.

In allen vier Vierteln. Herz-Kompetenz-Zentren gibt es für das Waldviertel in Krems mit Primar Dozent Gerhard Kronik, für das Weinviertel in Mistelbach (Primar Dozent Otto Traindl). Im Südbahngebiet besteht seit 2007 eine Kooperation zwischen den Landeskliniken Baden-Mödling (Primarius Dozent Franz Roithinger ), Wiener Neustadt (Primar Prof. Leo Marosi) und Eisenstadt. Dadurch ist die Versorgung der Herzinfarktpatienten Tag und Nacht gewährleistet. Im Mostviertel verfügt St. Pölten mit der Herzchirurgie (Leitung Primar Prof. Christoph Holzinger) und der Kardiologie (Primar Harald Mayr) über zwei Herz-Katheter-Tischen, an denen rund um die Uhr gearbeitet wird, ebenso in der Notaufnahme, die auch für Patienten aus anderen Vierteln offen ist. Zudem befindet sich im Westen des Landes in Waidhofen /Ybbs ein Herz-Zentrum (Leitung: Primarius Martin Gattermeier).

Hans Ströbitzer

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