Wo die Wellen klingen ….     Festival / Noch bis Ende Juli läuft Niederösterreichs erfrischendstes Literatur-, Musik-,und Kunstfest –     nicht nur auf           dem, sondern auch im Lunzer See. Die Gipfelstürmer waren schon da. Die Volksmusikanten auch. Und jetzt? Kommen die Klangkünstler.

Erstellt am 07. Juli 2013 (15:45)
Jazz am Wasser: David Helbock mit Random/Control am 12. Juli in Lunz. T. Ruttner; A. Elgert (oben)
NOEN, T. Ruttner
Von Michaela Fleck

Die Gipfelstürmer waren schon da. Die Volksmusikanten auch. Und jetzt? Kommen die Klangkünstler. Die Kunstschwimmer. Die Seesinger. Und die Grenzgänger. Wohin? Zum See.
Dort, wo sonst die Ruderboote plätschern und der Saibling nicht nur am Teller schwimmt, wird schon zum 17. Mal gefeiert. „Wellenklänge“ heißt das erfrischende Fest, das Suzie Heger 1997 in Lunz aus der Taufe, nein: aus dem See gehoben hat. „Es ist“, sagt die Gründerin und Intendantin, „ein Kunstfest“.
Auch wenn die Musik dabei den Hauptpart übernimmt. „Dazu brauch ich immer noch ein bisschen Theater“, so Heger. Außerdem auf dem Festivalprogramm: zwei Workshops, eine Kunstaktion. Und: jedes Jahr ein ganz besonderes Projekt.

Das vorjährige leitete Crossover-Bassist Georg Breinschmid. Das aktuelle heißt „Borderbreak“. Und lässt Marino Formenti – Pianisten, Dirigent, Musikvermittler und „Glenn Gould des 21. Jahrhunderts“ (Los Angeles Times) – auf Grenzgänger wie Saxophonist Wolfgang Puschnig und regionale Rocker wie animal machine, we should be friends oder solis jam aus Scheibbs und Umgebung treffen. „Das wird ziemlich laut“, lacht die Intendantin, „aber auch ziemlich spannend!“

Mindestens ebenso spannend die anderen Gäste. Die Attwenger waren zum Auftakt da. Die österreichisch-schweizerischen „Alpinbeschaller“ von Jütz kommen Donnerstag, Vorarlbergs Ausnahmejazzer David Helbock kommt mit Klavier und Band am Freitag, die russischen Folker von Otava Yo am Samstag.

Dann gehört die Seebühne eine Woche lang Marino Formenti und „Borderbreak“, bevor man übernächsten Sonntag zum See-, nein: Jakobisingen lädt und am Mittwoch danach Robert Schindel aus seinem jüngsten Buch liest. Am Abschlusswochenende darf noch einmal das Klavier rocken (mit Finnlands Iiro Rantala), die Celli grooven (mit Russlands Rastrelli Quartett) und der Soul swingen (mit Neuseelands Iva Lamkum). Und die Kunst? Die geht baden. Motto von Leo Schatz’ Linzer Kunststudenten: „Let’s sink!“
Apropos baden. Wenn es regnet wird entweder auf der schwimmenden Bühne oder im kürzlich renovierten Lunzer Saal gespielt. Warme Westen empfiehlt die Intendantin in jedem Fall. Und ein Herz für andere. Weil: Bei jedem Konzert sind fünf Karten reserviert – für die Aktion „Kunst für alle“.