Wolfgang Katzer: „Es ist Zeit für etwas Neues!“. Von Verena Randolf „Ich kann mein eigenes Buch nicht lesen“, lacht Wolfgang Katzer, besser bekannt als zwei Drittel des Komikerduos „Muckenstruntz & Bamschabl“. „Ich hab’ nämlich kein iPad.

Erstellt am 17. März 2013 (15:29)
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Von Verena Randolf

„Ich kann mein eigenes Buch nicht lesen“, lacht Wolfgang Katzer, besser bekannt als zwei Drittel des Komikerduos „Muckenstruntz & Bamschabl“. „Ich hab’ nämlich kein iPad.“ Aber: „Mein 89-jähriger Vater hat eines, von dem kann ich es mir hin und wieder ausborgen!“

Der gebürtige Mödlinger stellte seinen Roman „Ayasha tanzt“, ein ganz normales Papier-Blättern-Eselsohren-Buch, wie man es kennt, zur Verfügung, um daraus ein am Computer zu lesendes App Book zu machen, das von selbst an den richtigen Stellen zum Singen und Erklären anfängt.
Gemeinsam mit einem Schulkollegen seines ältesten Sohnes Silvester verwirklichte Katzer sein erstes Technik-Projekt: „Wir haben zu sechst ein Jahr lang intensiv an der Realisierung gearbeitet“, erzählt er. „Wobei ich mit der technischen Umsetzung eigentlich nichts zu tun hatte. Das ist nicht meines. Ich habe die 90 Musikstücke mitkomponiert und mich um den künstlerischen Aspekt gekümmert!“

Das Neue an Katzers Computer-Buch: Liest man es in durchschnittlicher Lesegeschwindigkeit, erklingen an den richtigen Stellen eigens komponierte Musikstücke und Ausführungen des Autors. „Das ist wirklich etwas ganz Neues.“

Für viele neu ist auch, dass sich „Bamschabl“ abseits der Kabarettbühnen zu etablieren versucht. „Vor zwei Jahren ist ,Muckenstrutz‘ Peter Traxler gestorben.

Wir waren 35 Jahre lang gemeinsam erfolgreich unterwegs, da war es dann einfach Zeit für etwas Neues, und nachdem ich früher schon nie wusste, ob ich Maler, Musiker oder Filmschaffender werden sollte, war das Buch-Projekt eine tolle Gelegenheit, alles, was ich gerne mache, zu vereinen.“

Die Musik führt den 1,95 Meter großen Entertainer zurück zu seinen eigentlichen Wurzeln als gelernter Konzertpianist. „Wenn man in Österreich erfolgreich ist, bekommt man oft ein Mascherl um: Kabarettist zum Beispiel. Das bleibt man dann ewig. Die Leute erwarten, dass ich auf der Bühne immer komisch bin. Jetzt mache ich halt etwas anderes, aber mein  Humor geht nicht verloren deswegen.“