Neujahrskonzert Waidhofen: Grandioser Start in ein „besseres Jahr“

Das Waidhofner Kammerorchester beging unter der Leitung von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka den Jahresauftakt mit zwei Konzerten im Waidhofner Schlosscenter und einem Auftritt in Grafenwörth.

Erstellt am 06. Januar 2022 | 06:45
Lesezeit: 2 Min
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Dirigent Wolfgang Sobotka moderierte das Konzert persönlich und verstand sich bestens darin, das Publikum gleichermaßen zu informieren und zu unterhalten, indem er in galanten Dialogen mit Kammersängerin Ildikó Raimondi der Musikgeschichte und den Werken auf den Grund ging.
Foto: Foto Lugmayr

Zu drei Konzerten – zwei im Waidhofner Schlosscenter und einem im Haus der Musik in Grafenwörth – lud das Waidhofner Kammerorchester zum Jahresauftakt.

Dabei widmete das Orchester dem musikalischen Jahresregenten Carl Michael Ziehrer einen Programmschwerpunkt. Sein Todestag jährt sich heuer am 14. November zum hundertsten Mal. Mit der Ouvertüre zur Operette „Fesche Geister“ und dem Walzer „Wiener Madln“ würdigte man den Wiener Komponisten und letzten Hofballmusikdirektor, der der Musikwelt einen Schatz von über 600 Tänzen und 23 Operetten hinterlassen hat. Ein ganz besonderer Höhepunkt in der Hommage an Ziehrer war das Lied „Fesch und schneidig muss er sein“, zu dem in der Neujahrsaufführung die gefeierte Opern- und Kammersängerin Ildikó Raimondi nach Waidhofen gekommen war. Darüber hinaus begeisterte sie das Publikum mit „Grüß dich Gott, du kleines Nesterl“, der Arie der Gräfin aus der Operette „Wiener Blut“ von Johann Strauss sowie dem „Schwipslied“ aus „Eine Nacht in Venedig“.

Das Waidhofner Publikum weiß die Zuneigung der angesehenen Konzertsängerin und Liedinterpretin aus bereits mehrmaligen Auftritten mit dem Kammerorchester längst zu schätzen und feierte sie genauso euphorisch wie ihre ehemalige Schülerin Domenica Radlmaier, die den Gesangspart beim Konzert am 30. Dezember übernommen hatte.

Strauss, Ziehrer und Lehár führten in das neue Jahr

Mit Werken von Johann Strauss, dessen Ouvertüre zu „Das Spitzentuch der Königin“ den Auftakt des Konzerts gebildet hatte, der Polka „Tritsch-Tratsch“, der Polka Mazur „Fata Morgana“, der rasenden „Furioso Polka“ und der Polka schnell „Stürmisch in Lieb und Tanz“ sowie Josef Strauss´ „Delirenwalzer“ und Franz Lehárs „Hör ich die Cymbalklänge“ aus der Operette „Zigeunerliebe“ hatten Wolfgang Sobotka und das Kammerorchester einen Melodienstrauß geflochten, der das Publikum restlos begeisterte. Dieses ließ freilich durch seinen tosenden Applaus das Orchester ohne den traditionellen Donauwalzer von Johann Strauss und den Radetzky-Marsch von Johann Strauss Vater nicht gehen.

Wie übel die Covid-Pandemie der Musik, den Veranstaltern, den Orchestern, Bühnen und Kunstschaffenden in den vergangenen zwei Jahren mitgespielt hatte, brachte der Maes tro subtil zum Ausdruck, indem er dem Publikum namens des Waidhofner Kammerorchesters zum Abschluss nicht nur ein gutes, sondern ein „besseres Jahr 2022“ wünschte.