Zeno Stanek: „Zuagraster“ mit Leidenschaft. Von Verena Randolf „Ich habe früher leider viel zu wenig geübt und“, zwinkert Zeno Stanek, „viel lieber Partys organisiert und gefeiert!“ Deswegen war eine Musiker-Karriere keine Option.

Erstellt am 06. August 2013 (12:00)
NOEN, S. Mussil
Ein ungewöhnlicher Vorname als Tribut an die Romantik: »Zeno heißt eine Kirche in Verona, die meinen Eltern gut gefiel.« Regisseur Zeno Stanek lebt im Waldviertel. Foto: S. Mussil

Von Verena Randolf

„Ich habe früher leider viel zu wenig geübt und“, zwinkert Zeno Stanek, „viel lieber Partys organisiert und gefeiert!“ Deswegen war eine Musiker-Karriere keine Option. „Leider! Als Kind habe ich Blockflöte, Klarinette und Gitarre gespielt. Heute bin ich passionierter Zuhörer!“

Regisseur, Produzent und Intendant beim Schrammelklang

Eine Leidenschaft, die der Regisseur, Produzent und Intendant seit sechs Jahren in das von ihm geleitete Schrammelklang-Festival steckt. Seit 2007 beherrschen für ein paar Tage im Juli die Schrammeln den Herrensee in Litschau. „Litschau war schon immer eine Schrammelstadt“, erklärt er.

„Es ist im Grunde die Geburtsstadt der berühmten Wiener Heurigenmusik. Insofern war es nahe liegend, so etwas zu machen. Diese Kombination aus Musik Natur und Theater am Herrensee ist außerdem etwas ganz Besonderes. Ich mag das sehr!“

Hergekommen und gleich da geblieben

Vor 21 Jahren ist Stanek zum ersten Mal ins Waldviertel gekommen. „Ich bin ein klassischer „Zuagraster“, erzählt er, „ich bin hergekommen und habe sofort Theater gespielt.“ Und dann ist er – zumindest mit einem Bein – gleich da geblieben: „1993 haben wir das Brauhaus-Theater in Hörmanns gegründet, und da wohnen meine Familie und ich zeitweise auch.“

Den restlichen Teil des Jahres verbringt er in Wien, wo Stanek aufgewachsen, ist. „Das Waldviertel ist aber so ein starker Ort, mit hoher Energie und tollen Leuten. Die Gegend ist wunderschön und die Natur gibt mir sehr viel. Das schätze ich wirklich sehr.“

Seit heuer auch Intendant in Stockerau

Seit heuer kann der Regisseur auf seinem Weg Richtung Norden zusätzlich diverse Stopps in Stockerau einplanen. 2013 inszeniert er erstmals die Festspiele in der Lenaustadt.

„Ich bin sehr zufrieden bis jetzt“, resümiert er, „überall herrscht Festivalstimmung, wir haben Glück mit dem Wetter und die Leute strömen in die Vorstellungen!“

Bis 11. August ist Staneks „Der Besuch der alten Dame“ noch auf der Stockerauer Freilichtbühne zu sehen, danach verabschiedet sich der 42-Jährige in den Urlaub. Mit seinen drei Kindern und seiner Frau flüchtet er für drei Wochen auf eine Insel. „Dort bin ich dann maximal im Notfall zu erreichen!“