Angst vor dem Risiko passt nicht zur Kunst. Thomas Jorda über das Peter-Turrini-DramatikerInnen- Stipendium, das seit Jahren ruht und jetzt sehr mutlos wiederbelebt werden soll.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 28. Februar 2017 (01:07)

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Eine österreichische Weisheit, die in Sachen Theater wieder fröhliche Urständ feiert.

Im Jahr 2012 wurde mit viel Pomp und
Trara das „Peter-Turrini-DramatikerInnen-Stipendium“ des Landes aus der Taufe gehoben. Eine Jury unter Vorsitz von Hermann Beil sollte jedes Jahr unter den Einreichungen jenes Stück herausfinden, das dann im Landestheater uraufgeführt wird. Eine übliche Geschichte, die es in ähnlicher Form weltweit gibt.

Nur nicht in Niederösterreich. Für ihren Entwurf erhielt 2012 die Maria Anzbacher Autorin Claudia Tondl 12.000 Euro, ihr Stück „Wo verdammt ist Frau Wermes?“ wurde 2015 in St. Pölten uraufgeführt.

Seither ist tote Hose. Weitere Einreichungen fanden – angeblich mangels Qualität – keine Gnade. Jetzt soll alles anders werden.

Fünf Jahre nach der Erfindung des Stipen diums will man junge Autoren einladen, an einem Wochenende Theatertexte in szenischen Einrichtungen vorzustellen. Was gefällt, wird dann kräftig überarbeitet und uraufgeführt.

Klingt gut, ist es aber nicht. Es zeugt von äußerster Mutlosigkeit und wenig Vertrauen.

Gebt den jungen Leuten eine Chance – ohne Eingriffe, ohne Zensur! Das Risiko ist es wert, es sind schon große Autoren gescheitert. Die Jungen dürfen auch. Das muss drinnen sein.