Bestenfalls ein Schluck Wasser auf der Toilette. Thomas Jorda über das Reopening (Wiedereröffnung) der Kunsthalle Krems. Die Qualität der Kunst passt, der Rest begeistert nicht.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 04. Juli 2017 (03:00)

Die gute Nachricht: Wir haben die Kunsthalle Krems wieder. Die bessere Nachricht: Sie ist nach entsprechenden Umbauarbeiten top in Form. Die beste Nachricht: Die Ausstellung, mit der sie eröffnet wurde, ist von höchster Qualität. Der neue künstlerische Leiter des Hauses kann was. Das wusste man von Florian Steininger längst. Mit dieser Schau hat er es eindrucksvoll erneut bewiesen.

Was nicht so gut ist – das Drumherum. Durch die Baustelle der Landesgalerie und des Parkdecks gibt’s in der Umgebung kaum Parkplätze. Und wer nach einem Besuch der Schau unterzuckert ist, hat ein Problem. Bis auf einen Schluck Wasser auf der Toilette gibt’s nichts. Gar nichts.

Warum man mit der Wiedereröffnung nicht auf die Fertigstellung der Landesgalerie, die künftig die entsprechende Infrastruktur bieten wird, gewartet hat, ist wenig einsichtig. Viel schwerer als derzeit kann man es dem interessierten Kunstpublikum nicht machen. Und das ist, um es zu wiederholen, angesichts der hohen Qualität der Ausstellung sehr schade. Kunstgenuss verlangt mehr als Kunst; da gehört eben Genuss auch dazu. Und der fehlt einstweilen völlig.

Es wird zweifellos gute Argumente geben, warum für die internationale Posi tionierung des Hauses die rascheste Wiedereröffnung sinnvoll war. Aber zum Drumherum hätte man sich auch was überlegen können.