Der Blick zurück macht doch sehr sicher. Thomas Jorda über Zukunft und Vergangenheit der Festspiele Reichenau. Die Erfolge bisher versprechen ein erfolgreiches Fortkommen.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 23. Januar 2018 (00:23)

Alles, was nicht den kommenden Sonntag im Blick hat, fällt, wie man so schön sagt, aus der Zeit. Aber es gibt ein Leben nach der Wahl. Darauf bereitet man sich bei den Festspielen Reichenau bereits kraftvoll vor, immerhin gilt es, die selbstgesetzten Ziele in Sachen Publikumszuspruch, aber auch bezüglich der Kritikerurteile zu erreichen.

Ob das gelingt, darf angenommen werden, ist aber nicht sicher. Sicher macht höchstens der Blick zurück. Begonnen haben Renate und Peter Loidolt mit 3.630 Gästen im Jahr 1988, im vergangenen Sommer hielten sie bei 42.982 Besucherinnen und Besuchern. Bis auf wenige Ausnahmen gab’s jedes Jahr ein Plus.

Nun sagen Publikumszahlen nicht unbedingt etwas über die Qualität des Angebots aus, aber so falsch können die Loidolts bisher nicht gelegen sein. Obwohl Reichenau nicht unbedingt im Zentrum des Weltgeschehens ruht und man für die Karten recht tief in die Tasche greifen muss – so schnell wie hier sind Theaterproduktionen selten wo ausverkauft.

Es gab eine Zeit, da haben die Loidolts damit geliebäugelt, das Szepter weiterzugeben. Inzwischen blicken sie voll Saft und Kraft in eine Zukunft ohne nahes Ende. Das wird allfällige Neider nicht freuen; für das Theater in Niederösterreich ist es aber außerordentlich wichtig, dass die Loidolts bleiben.