Die Sache mit der Acht ist kein böses Omen. Thomas Jorda über den großen Nutzen von Jubiläen. Was aber nicht dazu führen darf, daraus die falschen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 16. Januar 2018 (02:40)

Zahlenmystik ist eine wunderbare Sache; nein, nicht nur für Verschwörungstheoretiker und andere Zwangsneurotiker, es macht einfach Spaß, den Zahlen über ihren nominellen Wert hinaus Bedeutung zu geben.

Ein Beispiel aus der abendländischen Kultur: Drei ist die Zahl Gottes (Dreifaltigkeit), vier die Zahl der Schöpfung (vier Elemente), drei und vier die heilige Zahl sieben (Sakramente), drei mal vier die vollkommene Zahl zwölf (Apostel, Stämme Israels), elf daher die unvollkommene Zahl (Faschingsbeginn), dreizehn die Unglückszahl. Und so weiter.

Seit dem eben erst erlebten Jahresbeginn werden wir mit einer ganz anderen Zahlenmystik konfrontiert. Die Acht ist wichtig, von wegen 2018 und den damit verbundenen Jahreszahlen von 1618 und 1648 (Dreißigjähriger Krieg), 1848 (Revolution), 1918 (Kriegsende), 1938 (Anschluss), 1968 (Studentenrevolte).

Nun sind solche Gedenkjahre außerordentlich wichtig, weil sie uns Gelegenheit geben, an Ereignisse großer und größter Bedeutung zu erinnern, die wir sonst vielleicht aus den Augen verlieren würden.

Was sie aber ganz sicher nicht sind, ein Grund, sich auch noch vor der Acht zu fürchten. Ob und wann die Welt untergeht, wissen wir nicht. Sie wird sich aber keinen Deut um die Acht scheren.