Die Vorbildwirkung der Wirtshäuser. Thomas Jorda über das Projekt „MuseumsMenschen“, das die Gründungsgeschichte der zehn ältesten Stadtmuseen des Landes erforscht.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 08. Mai 2018 (01:43)

Wer heute sammelt, wird als Messie denunziert. Wer im 19. Jahrhundert solcherart aktiv war, ist heute ein Heroe – denn ohne dessen Sammelwut wären einige der besten Museen Niederösterreichs nicht denkbar.

Und davon gibt es – gefühlt – unendlich viele. Okay, es sind nur 750 Museen, aber auch Sammlungen, Gedenkstätten und Themenwege. Nicht einmal Fachleute habe die Chance, alles zu sehen, was es zu sehen gibt.

Gustostückerl der Palette sind jene Stadtmuseen, die im 19. Jahrhundert gegründet wurden, europaweit zu den ersten ihrer Art gehören und umfassende Einblicke in die Vergangenheit bieten. Im Rahmen des Projekts „MuseumsMenschen“ wird in den kommenden zwei Jahren die Gründungsgeschichte der zehn ältesten Stadtmuseen des Landes und ihrer Bedeutung für die Wissenschaftsgeschichte erforscht. Im Focus stehen die Museen von Baden, Eggenburg, Gars am Kamp, Korneuburg, Krems, Melk, Retz, St. Pölten, Wiener Neustadt und Zwettl.

Das ist wissenschaftlich spannend, in der Außenwirkung aber nur bedingt hilfreich. Außer man nützt die Gelegenheit zu Schaffung eines Gütesiegels, wie es zum Beispiel die Wirtshauskultur macht. Vor dem Genuss erlebnis beim Topwirt noch ein Besuch im Topmuseum. Das wär’ doch was!