Eine Frage von Qualität und von Gerechtigkeit. Thomas Jorda über den Kärntner Kulturpreis, der jetzt doch an Peter Turrini geht, allen Querelen und Widerständen zum Trotz.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 12. Dezember 2017 (02:55)

Man kann über Peter Turrini viel sagen. Nur nicht, dass er nicht einer der bedeutendsten lebenden Schriftsteller Österreichs sei.

Das zu verstehen, dazu hat es in Kärnten, seiner Heimat, lange nicht gereicht. Und es reicht anscheinend immer noch nicht: Der
Literaturbeirat des Landes Kärnten wollte den Kulturpreis für Literatur, der am 13. Dezember in Klagenfurt vergeben wird, unbedingt teilen. Zwischen Turrini und Josef Winkler, zweifellos ebenfalls ein würdiger Preisträger.

Zum Glück zeigt Kulturlandesrat Christian Benger Mut – und wird den Kulturpreis freihändig an Turrini verleihen. Nicht nur eine Frage der Qualität, sondern auch der Gerechtigkeit. Immerhin hat Peter Turrini im Punschkrapferlland Kärnten (außen rosa, innen braun) viel zu leiden und zu erdulden gehabt. Ihm jetzt nur die Hälfte des Preises zu geben, wäre höhere Perfidität.

Noch einmal: Nichts gegen Josef Winkler, aber Turrini ist Künstler genug für einen ganzen Preis. Das jedenfalls haben die Verantwortlichen in Niederösterreich wohl verstanden und ihm eine geistige Heimat bereitet, in der er sich wohlfühlen kann und in der er sich wohlfühlt. Dass er jetzt den ganzen Kärntner Kulturpreis für Literatur bekommt, ist mehr als gerecht. Herzliche Gratulation einem, der es verdient!