Hurra, wir dürfen endlich wieder graben. Thomas Jorda über die neue Erlaubnis der türkischen Regierung für österreichische Ephesos-Forschung. Dabei profitieren beide Seiten.

Von Thomas Jorda. Update am 30. Januar 2018 (02:28)

Immer wieder bemerkenswert, wie groß das Interesse an der Archäologie ist. Was unter anderem seit Jahren in Carnuntum auffällt, wo sich regelmäßig vor Saisonbeginn in der Erde entdeckte Mauern als Reste einzigartiger antiker Gebäude entpuppen. Mit dem erwünschten Erfolg, dass die Besucher mehr werden.

Zu denen, die bereits in Carnuntum gebuddelt haben, zählt Sabine Ladstätter, Wissenschaftlerin des Jahres 2011. Die gebürtige Kärntnerin leitet seit 2010 die Grabungen in Ephesos, heute in der Türkei gelegen. Unter der Führung österreichischer Archäologinnen und Archäologen wurde über 120 Jahre in der antiken Metropole gegraben, ehe die Türkei 2016 die Lizenz aufkündigte und Österreich damit für mangelnde Willfährigkeit bestrafte.

Das ist auf einmal anders. Die Türkei lässt – auf Intervention von Außenministerin Karin Kneissl – die Österreicher wieder an die wertvollen Steine. Der Jubel war groß; nicht zu Unrecht, profitiert doch die heimische Archäologie stark von den Möglichkeiten, an solch wichtigen Orten zu forschen und zu graben.

Dennoch darf man ein bisserl mehr Selbstbewusstsein zeigen. Schließlich haben sich die Türken ins eigene Fleisch geschnitten, als sie die hoch qualifizierten österreichischen Wissenschaftler rausgeschmissen haben. Aber die Türkei ist anscheinend doch lernfähig.