Seit dem Mittelalter nichts geändert. Thomas Jorda über das Budget für Kunst und Kultur. Für den Finanzminister nur ein paar Worte wert. Und es gibt kaum mehr Geld als bisher.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 27. März 2018 (00:03)

Deutlich über eine Stunde dauerte die erste Budgetrede des neuen Bundesministers für Finanzen. Davon widmete er nicht einmal eine Minute den Aufwendungen für die Kultur.

Das ist nicht viel, aber es gab wohl nicht mehr zu sagen über das Doppelbudget 2018/ 2019. Jeweils gut 455 Millionen Euro werden in den beiden Jahren für Kunst- und Kultur budgetiert. 2018 ein bisserl mehr, 2019 ein bisserl weniger. Insgesamt sind beide Zahlen ein klitzekleines Plus gegenüber 2017.

Die Aufregung unter manchen Kunstfunktionären ist groß. Einerseits nicht zu Unrecht – allzu viel werden wir mit diesem Kulturbudget nicht stemmen. Andererseits: Hat wirklich
jemand vermutet, dass irgendwer in dieser Bundesregierung ein Herz für die Kunst hat?

Da hat schon ein Blick in die Wahlprogramme genügt, um zu wissen, dass es mangels Interesses nichts zu erben gibt. Dazu ein Kunstminister, der an diesen Agenden nur mäßig interessiert scheint. Und schließlich der Umstand, dass viele Künstlerinnen und Künstler der Bundesregierung äußerst kritisch gegenüberstehen und das auch laut sagen.

Also selber schuld. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing, das wussten schon die Minnesänger im Mittelalter. Frech sein gegen die hohen Herrschaften ging gar nicht. Das hat sich bis heute nicht geändert.