Spiel nicht mit den Schmuddelkindern …. Thomas Jorda über das Fehlen entsprechender Ansagen in Sachen Kulturpolitik. Kunst ist im Nationalratswahlkampf so gar kein Thema.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 26. September 2017 (03:00)

Nein, Künstlerinnen und Künstler sind in Österreich sicher keine Schmuddelkinder, mit denen niemand spielen will. Ganz im Gegenteil, wer immer in der Szene hohen Rang und Namen hat, sozial verträglich ist und nicht zu heftig widerspricht, steht bei den Politikerinnen und Politikern hoch im Kurs. Im Kuschelkurs sozusagen. Gerne schmückt man sich miteinander. So lange es nicht allzu sehr ins Detail geht.

Wer wie viel weniger Steuern zahlen wird, wie viele Polizisten gefälligst neu einzustellen sind, welche Grenzzäune hochgezogen werden müssen, um wie viel man die Mindestsicherung mindestens noch kürzen könnte, wie gering die Mieten zu sein haben, wer auf gar keinen Fall Innenminister sein dürfe – Fragen dieser Art werden von den wahlwerbenden Parteien mit Inbrunst beantwortet. Das und noch viel mehr wolle man umsetzen, wenn einen die Wählerschaft mit dem notwendigen Vertrauen auszeichne. Sehr schön.

Was man in Sachen Kunst und Kultur vorhat, falls man etwas vorhat, davon ist nichts zu hören. Vielleicht gibt es entsprechende Programme, aber die werden ausgezeichnet versteckt und höchstens flüsternd verkündet. Anscheinend ist die Kunst das Schmuddelkind, das wenige interessiert und an das schon gar keiner anstreifen will. Sehr schade.