Und wo spielt die (neue) Musik?. Michaela Fleck über neue Spielorte und alte Vorurteile, die in Niederösterreichs (auch) ganz junger und ganz mutiger Konzertszene gar nichts mehr verloren haben.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 29. August 2017 (02:55)

Konzertsäle? Gibt’s auch in Niederösterreich. Ganz alte und ganz prächtige, wie die beiden Jugendstiltheater in Berndorf und in Wiener Neustadt (die aber noch viel öfter bespielt werden könnten). Ganz große und ganz moderne, wie das St. Pöltner Festspielhaus oder das Grafenegger Auditorium. Ganz luftige und ganz spektakuläre, wie den Grafenegger Wolkenturm.

Nur: Die klassische Musik spielt längst auch woanders. In frisch renovierten Schlössern (wie in Thalheim oder Walpersdorf). Auf Seebühnen (wie bei den Lunzer Wellenklängen) und auf Berghütten (wie bei den Gipfelklängen in Annaberg & Mitterbach). In Strandbädern (wie beim Planker Strand Gut) und auf Radwegen (wo im Juni gleich ein ganzes Piano auf Tour ging). In Burgen, Schlössern und Stiften (wie bei Allegro Vivo im Waldviertel und bei der Internationalen Sommerakademie um den Semmering). Oder am Hochschneeberg, wo NÖs Tonkünstler erst vergangenen Sonntag ihre jüngste „Klanginsel“ erobert haben.

Für all das braucht es Geld. Es braucht Mut. Es braucht ein Publikum. Und: Es braucht neue, zeitgenössische Musik. Die gehört weder in die Lade noch in die Nische. Die gehört ganz viel gespielt. Und die gehört genau dort gespielt: an neuen Orten!