Advent im Lockdown. Über die Weihnachtszeit und das Wesentliche trotz widriger Umstände.

Von Stephan Turnovszky. Erstellt am 25. November 2020 (04:48)

Was wird das heuer für ein Advent werden? Ohne Einladungen und Christlkindlmärkte, ohne gut besuchte Roratemessen und vorweihnachtliche Feiern mit den Arbeitskollegen und in den Schulen? Nun, wir werden sehen, was der Advent dann tatsächlich bringen wird. „Advent“ heißt Ankunft: Damit ist die Geburt Jesu Christi gemeint und damit die Ankunft Gottes als Mensch unter Menschen. Diese Ankunft (Niederkunft) hatten sich Maria und Josef sicher ganz anders vorgestellt, als sie dann tatsächlich im Stall unter recht unhygienischen Bedingungen stattfand. Und doch ist damals das Wesentliche trotz widriger Umstände geschehen: die Geburt des Kindes.

So wird es auch heuer zu Weihnachten sein: Das Wesentliche wird trotz widriger Umstände geschehen. Der Auferstandene Jesus wird besonders intensiv gegenwärtig sein, so als würde Gott in unsere konkrete Erdenzeit hineingeboren werden, mitten in die Pandemie hinein. Der Advent dient der Sensibilisierung für diese intensive Nähe Gottes durch Jesus Christus. Ich vermute, dass Menschen gerade heuer eine gesteigerte Sehnsucht nach der Zusage Gottes haben: „Fürchte dich nicht, ich bin bei dir!“

Das ist die Botschaft des Weihnachtsfestes, für die sich Menschen im Advent bereit machen. Zu dieser adventlichen Vorbereitung gehört, sich bewusst zu machen, in welchen Lebensbereichen ich mich tatsächlich etwas fürchte, und das im Gebet Gott zu sagen. Deshalb zünden wir im Advent Kerzen an, um damit auszudrücken: „Gott, in mir gibt es Dunkles, das mir Angst macht. Bitte schicke mir Licht von Jesus, dem Heiland, der von sich gesagt hat ,Ich bin das Licht der Welt‘!“

Wer weiß, vielleicht sind wir heuer am Eigentlichen näher dran als in den letzten Jahren, in denen Menschen sehnsüchtig von der stillen Zeit gesprochen haben, die der Advent schon lange nicht mehr war. Vielleicht gelingt heuer Stille? Den Fernseher abdrehen und nur in die Kerze schauen oder aus dem Fenster. Oder Musik hören und dabei nichts anderes tun als zuhören. Oder ein Gedicht (vor)lesen. Oder einander Geschichten erzählen. Oder einfach beten und entdecken, welchen Frieden mir die Ausrichtung auf Gott bringt.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Start in den Advent!