Für andere da sein ist Grundlage

Erstellt am 01. April 2020 | 04:00
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Über die Coronakrise.
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Es wäre Zynismus, wollte man die Corona-Krise positiv sehen, denn sie kann lebensbedrohend sein. Aber wegen dieser existenziellen Not, die Millionen von Menschen in Angst versetzt, haben Viele in ganz neuer Weise ihre Verantwortung füreinander entdeckt.

Das hat seinen Höhepunkt im aufopfernden Kampf gegen den Virus. Wir sitzen alle in einem Boot, die Solidarität im Kampf um das Leben ist weltweit. Es gilt der Dank den Regierenden, die für ganze Völker entscheiden müssen, den Ärzten, Virologen, Krankenschwestern, Zivildienern – kurz, allen die ihre eigene Existenz für andere einsetzen.

Ein Dank gilt auch allen, die den Glauben an Gottes Hilfe wachhalten. Wer als gläubiger Christ auf das Kreuz schaut, weiß, dass Gott mit uns ist. Im Kreuz ist Auferstehung, Heil und Leben. Einer, der das gelebt hat, ist der italienische Pfarrer Giuseppe Berardelli. Als 72-jähriger erkrankte er schwer am Corona-Virus und benötigte ein Beatmungsgerät, das ihm seine Pfarrangehörigen stifteten.

Doch der Priester entschied, das Gerät einem, ihm nicht bekannten, jüngeren Patienten zu überlassen. „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh 15,13). Jesus hat uns das vorgelebt. Das ist Proexistenz – für die anderen da sein, auch wenn es das Leben kostet. Es ist der deutlichste Beweis, wie wertvoll unser Leben auf Erden ist, weil eine solche Liebe nicht stirbt. Wer glaubt, ist nicht allein, sondern teilt seine Not Gott mit, der das Flehen nicht überhört. Vereinigen wir uns mit allen, die jeden Abend um 20 Uhr ein Vaterunser beten.