Alles blau, oder was?.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 23. Mai 2018 (01:00)

Rot (und weiß) war das Auge, das Erich Sokol anno 1968 für den blutjungen ORF zeichnete. Rot (und dazwischen auch mal schwarz) waren die Generäle, die den ORF seither dirigierten. Und rot (oder eben schwarz) waren auch die Stiftungsratsvorsitzenden, die die Generäle (und manch andere) wählten.

Jetzt ist alles anders. Seit Donnerstag ist der, der dem nach wie vor mächtigsten Gremium von Österreichs Staatsfunk vorsitzt, blau. Und hat schon in der Vergangenheit gern und laut Ränke geschmiedet und Umstürze (vor allem: Entpolitisierungen) geplant. Was das für die Zukunft heißt?

Bös schauende Moderatoren werden zurück in die Maske geschickt, unbotmäßig fragende Interviewer in den Benimm-Kurs, allzu eifrige Twitterer ins (digitale) Nirvana und unkorrekte Korrespondenten gleich in die Wüste. Und dann? Ist der ORF endlich „neutral“. Oder ist er (und mit ihm sein Auge) einfach nur blau? Man weiß es nicht. Klar ist nur: Entpolitisierung schaut anders aus!