Bahn-Gewerkschaft stellt Rute ins Fenster. Heinz Bidner über das Muskelspiel vor dem Start der wohl harten Kollektivvertragsverhandlungen im Bahnbereich.

Von Heinz Bidner. Erstellt am 18. Mai 2015 (08:52)

Wer in den letzten Wochen den Lokführer-Streik in Deutschland mitverfolgt hat, weiß, was ein Tarifkonflikt bedeuten kann. Das Chaos könnte terminlich kaum besser passen: Anfang Juni sollen in Österreich die Kollektivvertragsverhandlungen starten. Und die werden sicher kein Spaziergang.

Schon im Vorjahr hatte die ursprüngliche Forderung einer Nettolohnerhöhung von drei Prozent seitens der Gewerkschaft vida den Arbeitgebern schlaflose Nächte bereitet. Nach zwei Verhandlungsabbrüchen und Betriebsversammlungen einigte man sich dann auf immer noch hohe 2,6 Prozent.

Auch heuer wird es hart. Vergangene Woche hat die Gewerkschaft ihr Forderungspaket an die Branchenvertreter in der Wirtschaftskammer übergeben. Wieder werden drei Prozent verlangt. vida-Chefverhandler Roman Hebenstreit hat sogar noch ein unerwartetes Scherflein draufgelegt. Via Aussendung erklärte er, dass sich laut eigener Umfrage 62 Prozent der Bahnbediensteten ungerecht entlohnt fühlen. Sie wären bereit, „gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen zu unterstützen“. Der Wink mit dem Zaunpfahl ist beim Gegenüber sicher angekommen.