Bürgerservice statt Wirrwarr. Über Wege aus dem Test-Chaos.

Von Gudula Walterskirchen. Erstellt am 13. Januar 2021 (06:46)

Seit Monaten warten die Bürger auf eine Teststrategie, stattdessen erleben sie ein Wirrwarr: Überfallsartig wurden Tests für Anfang Dezember festgelegt, die die Länder organisieren mussten. Die Beteiligung war entsprechend. Dann wurden erneut Massentests zu Ende des Lockdowns angekündigt, deren Sinn Experten anzweifelten und die als „Freitesten“ schlecht kommuniziert wurden. Sie wurden wieder abgesagt, weil man Opposition und Verfassungsjuristen nicht überzeugen konnte. Niederösterreich geht einen Sonderweg, indem es trotzdem testet. Auf freiwilliger Basis und ohne Sanktionen.

Eine Beibehaltung dieses Testangebots wäre wünschenswert: niederschwellig, kostenlos, lokal und unkompliziert. Ideal wäre in jedem Bezirk zumindest eine Teststation, die täglich, auch am Wochenende, geöffnet hat. So könnte man, wenn man die Oma besuchen, Freunde treffen oder einfach Gewissheit haben will, jederzeit testen gehen.

Statt ständiger Drohungen ein sinnvolles Angebot zu schaffen, ist der angemessenere Zugang. Faktum ist jedoch, dass ein Test keine völlige Sicherheit bietet. Die bietet auch die Impfung nicht, bei der noch viele Fragen offen sind. Es braucht daher dringend sinnvolle Alternativen zu Lockdowns, die immer größere Schäden verursachen, und eine Kommunikation mit den Bürgern auf Augenhöhe. Das betrifft auch jene, die sich – mitunter lautstark – Sorgen machen, die die Einschränkung von Grundrechten kritisch sehen und die nicht pauschal ins rechte Eck gestellt werden dürfen.