Das Braten im eigenen Saft. Über einen Paragrafen, der für den NÖFV ein Fallstrick werden kann.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 17. Februar 2021 (05:42)

Der Ideenwettbewerb, den der NÖFV ins Leben rief, ist an sich eine gute Sache. Der als verschlossen verschrieene Verband öffnet sich für Neues, Kreatives, Innovatives. Zumindest scheinbar. Welche Ideen prämiert oder gar umgesetzt werden, entscheidet immer noch eine Fachjury, bestehend aus NÖFV-Präsidium und NÖFV-Geschäftsführung. Das eigene „Reindl“ verlässt der NÖFV nicht, gebraten wird allzu gerne im eigenen Saft.

Dazu passt, dass sich der Verband laut seinen Statuten vorbehält, nur jemanden als Kandidat für die Präsidentschaft zuzulassen, der zuvor bereits vier Jahre lang als Verbandsfunktionär tätig war. „In Niederösterreich kannst nur Präsident werden, wenn du es vorher schon warst“, spottet man selbst in ÖFB-Kreisen.

Dabei ist der Hintergrund dieses Paragrafen durchaus ernst zu nehmen. Er soll szeneunkundige Revoluzzer ebenso abhalten wie ins Rampenlicht drängende Millionäre. Frank Stronach war bekanntlich Bundesliga-Präsident. Der NÖFV wäre gegen so jemanden immun. Immerhin.

Was wäre aber, wenn sich ein Hochseriöser und Szenekundiger im Herbst zur Wahl stellen wollte? Der in § 11.4 der NÖFV-Satzungen geregelte „Kandidaten-Verhinderungs-Joker“ kann nämlich auch als demokratiefeindlich interpretiert werden. Und mögliche Gegenkandidaten gar nicht erst zur Wahl zuzulassen, könnte bei der immer kritischer werdenden Basis zum Brandbeschleuniger werden.