Das ewige Ziel der gleichen Chancen. über das ernüchternde Zeugnis für die Neue Mittelschule.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 21. Januar 2020 (02:01)

Die Neue Mittelschule fällt durch. Dieses Zeugnis stellte schon 2013 der Rechnungshof aus. Er kritisierte die enormen Mehrkosten, die sie mit sich bringt. Das zeigte 2015 auch die Bifie-Evaluierung. Sie ergab, dass sich die Ergebnisse im Vergleich zur Hauptschule nicht gebessert haben. Nun folgt ein drittes „Nicht genügend“ – von einem Bildungswissenschaftler, der seit Jahren die Auswirkungen der NMS in NÖ erforscht.

Durch politische Schnellschüsse und ewiges Hin und Her hatte die NMS nie eine richtige Chance, sich als Schulform zu beweisen. Der Run aufs Gymnasium ist ungebrochen. Das Ziel, eine Schule zu schaffen, die allen gleiche Chancen bietet, weit entfernt.

Die Frage bleibt, ob das überhaupt erreichbar ist. Schließlich ist der Startvorteil von Kindern aus funktionierenden, gebildeten Familien nicht wegzureden. Dennoch ist Schule die größte Möglichkeit, den auszugleichen. Allerdings wird es dafür mehr brauchen als einen
neuen Namen oder zwei Lehrer in der Klasse.

Die Wissenschaft liefert Lösungsansätze. Das hat NÖ erkannt, als es die Uni mit der Begleitung der NMS beauftragte – und diese finanzierte. Nun gilt es die Ergebnisse der Forscher ernst zu nehmen und in die Praxis zu bringen. Das kann aber nur die Bundespolitik.