Das Foda-Dilemma. über den falschen Mann am falschen Ort.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 03. Dezember 2019 (01:46)

Österreich hatte bei der EM-Auslosung Glück. Richtig Glück sogar. Die Gegner sind mit den Niederlanden, Ukraine und einem noch zu ermittelnden Team aus dem Nations-League-Play-Off sportlich mehr als machbar.

Mitten in die damit ausgelöste Fan-Euphorie trat Teamchef Franco Foda auf die Bremse. Höchsten Respekt … blabla … gibt keine leichten Gegner … – was man halt so als Teamchef sagt, nachdem die Kugeln geöffnet wurden. Zum Vorwurf soll man ihm die öffentliche Zurückhaltung nicht machen.

Fodas Problem – oder besser gesagt das Problem mit Foda – ist seine Zurückhaltung auch nach innen. Das ÖFB-Team wirkt stets gehemmt. So, als ob Foda es nicht zulassen würde, die Handbremse zu lösen. Was dieses Team im Stande ist zu leisten, war in Ansätzen bei den Auswärtsspielen in Nordmazedonien, Polen und Slowenien erkennbar.

Dragovic, Alaba, Arnautovic und Baumgartlinger – ansonsten wird das ÖFB-Team künftig aus Spielern bestehen, die bei Red Bull in die Lehre gingen. Die DNA einer solchen Mannschaft ist eindeutig: hohes Pressing, hohe Intensität, hohes Tempo und vor allem viel Mut. Alles Dinge, für die Franco Foda bislang nicht unbedingt stand? Eben.

Erfolgreiche Qualifikation hin oder her – Foda passt nicht zu diesem Team. Der ÖFB ist deshalb in einem ordentlichen Dilemma. So schlau, das zu erkennen, ist man dort mittlerweile hoffentlich auch. Die chaotische, panische, ja schlampige Teamchefsuche von vor zwei Jahren fällt dem ÖFB jetzt auf den Kopf.