Das nächste Hochwasser kommt bestimmt. Über die dramatische Finanz-Situation beim Österreichischen Bundesheer.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 25. Juni 2019 (02:50)

Stellen Sie sich vor, Sie bauen eine hochmoderne Garage. Aber allein für die Instandhaltung des darin abgestellten Fahrzeugs fehlt hinten und vorne das Geld. So präsentiert sich die Lage bei den Melker Pionieren. Die Situation ist bezeichnend für die dramatischen Finanznöte beim Österreichischen Bundesheer, das seit Jahrzehnten unterfinanziert ist. Auch das hat die Erweiterung der Melker Biragokaserne widergespiegelt.

Mehr als zehn Jahre wurde das Projekt verschoben, ehe 2017 (dank Sonderinvestitionsprogramm) endlich mit dem Bau begonnen wurde. Doch quasi mit der Eröffnung vor wenigen Wochen kam die nächste Hiobsbotschaft: Laut Verteidigungsminister Thomas Starlinger fehlen drei Milliarden Euro, um das Heer einsatzfähig zu halten. Das kann sich im Fall der Pioniere, die in Österreich als Inbegriff für Katastrophenhilfe gelten, im Bedarfsfall fatal für die Bevölkerung auswirken.

Schuld an der Misere sind die Regierungen der letzten 20 Jahre. Von einem nötigen Heeresbudget in der Höhe von gut einem Prozent des BIP ist man in Österreich seit jeher meilenweit entfernt. Aktuell sind es 0,58 Prozent. Offenbar ist eine Stärkung des Verteidigungsressorts für Politiker wenig populär. Zumindest bis zum nächsten Hochwasser ...

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