Davis Cup ist eine Grundsatzentscheidung. Bernhard Schiesser über die Absage von Tennis-Star Dominic Thiem.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 08. September 2014 (09:29)
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Streit im Tennislager ist grundsätzlich nichts Außergewöhnliches. Die legendären Auseinandersetzungen zwischen den drei ÖTV-Musketieren Thomas Muster, Horst Skoff und Alex Antonitsch ließen den Tennis-Fans in den Neunziger-Jahren den Mund offen stehen. Dagegen ist der Zwist zwischen Altmeister Jürgen Melzer und Youngster Dominic Thiem fast zum Gähnen. Unnötig ist er ohnehin.

Egal, ob Thiems Absage für den Davis Cup als Retourkutsche für den Streit um den Fördervertrag zu verstehen ist oder das Duell gegen Lettland tatsächlich einfach nur nicht in Thiems Pläne passt – die Entscheidung seines Clans war nicht schlau. Melzer betont zu Recht, dass es eine Grundsatzentscheidung sei, für Österreich zu spielen oder nicht. Thiem ist als aufstrebender Youngster „Everybodys Darling“.

Dieses Image bekommt mit dieser Entscheidung erste Risse. Nein? Führe man sich einmal kurz vor Augen, was los wäre, wenn Fußballheld David Alaba dem Nationalteam absagen würde, um sich auf seine Aufgaben bei Bayern München zu konzentrieren.