Die Bildung taumelt dem Schulschluss entgegen. Über die Öffnung der Schulen, viele offene Fragen und seltsame Entscheidungen.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 06. Mai 2020 (04:44)

Seit Montag drücken die Maturanten ihre letzten Tage die Schulbank. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für den Ansturm in den Volks- und Mittelschulen sowie den Gymnasien. Begleitet werden diese von vielen Fragezeichen bei den Pädagogen. Noch kann sich niemand vorstellen, wie das Abstandhalten, Maskentragen und die Hygienevorschriften für Kinder ab sieben Jahren funktionieren können.

Der ganze Aufwand passiert für die letzten sieben Schulwochen des außergewöhnlichsten Semesters. Dabei liegt ab Mitte Juni der Fokus ohnehin auf dem Schulschluss. Schularbeiten gibt es keine mehr. Nachdem sich das Home Schooling meist bewährt hat, müssen zwei Fragen erlaubt sein: Zahlt sich die Schulöffnung somit noch aus? Oder hätte nicht das Angebot der Betreuung gereicht?

Andere Sorgen hat Lehrergewerkschafter Paul Kimberger. Für ihn war der Vorschlag des Bildungsministers, an beiden schulautonomen Fenstertagen Unterricht anzubieten, „eine Frechheit“. Viele Lehrer, deren Arbeit in der Krise mehr geschätzt wurde als zuvor, sehen das anders. Allein schon als Solidarität. Dank Kimberger wurde ein Bonus verspielt. Die österreichische Lösung, dass nun an diesen Tagen freiwillig unterrichtet wird, unterstreicht nur die Orientierungslosigkeit.