Die frohe Botschaft vom Göttweiger Berg. Über ein Forum, das so viel (Zukunfts-) Hoffnung für Europa versprühte wie lange nicht.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 18. Juni 2019 (06:59)

Den Mut hat man nie verloren in den letzten 24 Jahren am Göttweiger Berg. Und das lag nicht nur am Stift nebenan, an der Kirche gegenüber und am Abt in der ersten Reihe. Nein, selbst in der schlimmsten Währungskrise, in der heftigsten Erweiterungsdiskussion und im größten Flüchtlingsansturm suchte man bei Niederösterreichs Europa-Forum nach Lösungen. Nach europäischen Lösungen.

Heuer sind zwar europaweit die Populisten auf dem Vormarsch und mit ihnen die Nationalisten und die EU-Skeptiker. Aber: Heuer steht kein Euro vor dem Aus, kein Streit im Raum und keine Flüchtlinge (zumindest nicht so viele) vor der Tür. Dafür saßen erstmals ganz viele – genauer: über 80 – Studierende aus ganz Europa in den Göttweiger Arbeitskreisen. Dafür standen erstmals Zukunftsforscher, Uni-Direktoren, Gesundheitsstrategen und Bestseller-Autoren auf der Gästeliste. Und dafür ging man abends erstmals zur Kunst (in die Landesgalerie), zur Musik (in den Wolkenturm) und zuletzt auch noch zum Tanz (auf den Campus Ball).

Vielleicht war das 24. Europa-Forum am Göttweiger Berg trotz aller diskutierten Herausforderungen ja deshalb so optimistisch. Oder vielleicht ist es endlich Zeit, die Zukunft Europas ein bisschen rosiger zu sehen. Und ein bisschen hoffnungsfroher anzugehen.