Die harte Währung. Über die fehlende Planungssicherheit im Amateurfußball.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 27. Mai 2020 (00:13)

Bei den Fußballvereinen steigen Frust und Verunsicherung. Nach wie vor ist nicht klar, wann die Klubs wieder voll durchstarten können. Bedingt dadurch fischen die Vereine auch wirtschaftlich im Trüben.

Vor einigen Tagen schnürte der ÖFB, initiiert von den Teamspielern, ein Hilfspaket von einer Million Euro für den Amateurfußball. Die Geste ist absolut nobel, keine Frage. Rechenkönig muss man aber keiner sein, um die Mille durch die knapp 2.200 österreichischen Fußballklubs zu dividieren. Ein paar hundert Euro, mehr gehen sich pro Verein nicht aus. Aber okay, der Wille gilt bekanntlich fürs Werk.

Wie viele von den bereits vor Wochen angekündigten 700 Millionen, die der Staat für alle gemeinnützigen Vereine in Aussicht stellte, dann im Sport ankommen, wird ebenso spannend. Und vor allem wann?

Wir halten fest: Die ÖFB-Marie ist ein Tropfen auf dem heißen Stein, das Gerst‘l vom Staat kommt, wenn überhaupt, erst dann, wenn der Stein schon verkohlt ist. Was also tun? Klagelieder singen und auf Hilfe von irgendjemanden zu hoffen? Zielführender wäre, endlich wieder selbst das Steuer in die Hand zu nehmen. Der Fußball hat nämlich gegenüber vielen anderen Sportarten einen erheblichen Vorteil. Er hat die Kraft, sich selbst zu retten. Er ist die Sportart mit dem größten Zuschauerpotenzial. Und bleibt damit attraktiv für Sponsoren. Und selbst wenn das Geld insgesamt weniger werden sollte, am Ende des Tages haben die Vereine immer noch selbst in der Hand, wofür sie es ausgeben.

Für diese Selbstheilung braucht es maßgeblich eine Sache: einen (halbwegs) verbindlichen Plan für die nächsten Monate. Und zwar schnell. Wann können die Klubs wieder mit Vollbetrieb und Meisterschaft rechnen? Das wäre mehr wert als alle Hilfsgelder, die irgendwann dahertröpfeln.