Die Liebe strahlt aus. Abt Matthäus Nimmervoll (Stift Lilienfeld) über die Art und Weise, eine Hochzeit zu feiern.

Von Matthäus Nimmervoll. Erstellt am 03. Oktober 2014 (00:04)

Liebe ist ein großes Geschenk. Wir können sie nicht herstellen. Sie ergreift uns. Es ist schon schwer genug, den richtigen Partner zu finden. Noch schwerer ist es, der richtige Partner zu sein.

Nicht wenige stellen sich aber dann die Frage: In welchem Rahmen sollen wir heiraten? Heimlich, ganz privat, oder soll es alle Welt wissen? Einerseits ist Heiraten ein so intimer und fast heiliger Vorgang, etwas so Zartes und Privates, auch leicht Zerbrechliches – leider! –, sodass die Stille angemessen erscheint, heimlich, ganz für sich, weit entfernt vom Heimatort.

Die andere Seite ist die große Freude und Dankbarkeit, dass sie von der Liebe ergriffen worden sind. Und an diesem unfassbaren Glück sollen viele andere teilhaben können.

Verliebte Menschen haben etwas ungemein Anziehendes. Die Liebe strahlt aus. Das Glück und die gute Laune gehen weit über das Paar hinaus. Der Ausstrahlung und festen Hoffnung auf Gelingen der Treue entspricht eine große Hochzeit – nach standesamtlicher Heirat und kirchlicher Trauung, die beide sehr wohl auch in kleinem Familienkreis stattfinden können. Freilich lässt sich ein rauschendes Freudenfest, was wir Hochzeit nennen, bei großer Verwandtschaft und Mitarbeit in der Öffentlichkeit und Vereinsleben oft schwer vermeiden ...

Wie sooft im alltäglichen Leben gilt auch hier: Das eine tun – und das andere nicht lassen! Wenn es sich nicht anders machen lässt, haben es schon viele so gemacht: Zuerst im intimen Rahmen still heiraten und das Sakrament der Trauung empfangen. Danach erst bei passender Gelegenheit die äußere Feier einer Hochzeit gestalten. Oder mit den Worten eines jungen Ehemannes und Familienvaters, der mir unlängst freudestrahlend sagte: Wir haben kein Problem, wir haben eine Lösung: Wir machen beides.